Wirtschaft Heidelberger Druckmaschinen AG sieht sich auf Kurs

Im Markt für digital gedruckte Etiketten sieht der Konzern eines der größten Wachstumssegmente. Die Nachfrage nach den neuen Mas
Im Markt für digital gedruckte Etiketten sieht der Konzern eines der größten Wachstumssegmente. Die Nachfrage nach den neuen Maschinen – hier in der Produktion in Wiesloch – sei hoch.

«Wiesloch.» Bei der digitalen Transformation sieht sich die Heidelberger Druckmaschinen AG auf einem guten Weg. Im laufenden Geschäftsjahr 2018/19 rechnet der Konzern mit Zuwächsen durch das Subskriptionsmodell und neuen Digitaldruckmaschinen. Im Ende März beendeten Geschäftsjahr 2017/18 blieb der Konzern bei Umsatz, Betriebsergebnis und Gewinn allerdings unter den Werten des Vorjahres.

Belastet durch negative Währungseffekte von 72 Millionen Euro erreichte der Bogenoffset-Weltmarktführer einen Jahresumsatz von 2,4 Milliarden Euro nach 2,5 Milliarden im Geschäftsjahr 2016/17, teilte Heidelberg gestern auf Basis vorläufiger Bilanzzahlen mit. Zudem habe der Konzern bewusst auf den margenschwachen Handel mit Gebrauchtmaschinen verzichtet. Dieser hatte im Geschäftsjahr 2016/17 noch mehr als 100 Millionen Euro zum Gesamtumsatz beigetragen. Eine gegenüber dem Vorjahr stärkere Nachfrage im Schlussquartal führte zu einem Auftragsbestand auf Höhe des Vorjahresvolumens von rund 2,5 Milliarden Euro. Damit habe die Heidelberger Druckmaschinen AG die selbstgesteckten Ziele für das vergangene Geschäftsjahr erreicht, sagte Vorstandschef Rainer Hundsdörfer.

Gewinn von 14 Millionen Euro

Nach Steuern erzielte der Konzern 2017/18 einen Gewinn von 14 Millionen Euro. Ohne die US-Steuerreform, die eine Wertberichtigung von 25 Millionen Euro bei den amerikanischen Tochtergesellschaften notwendig machte, läge das Konzern-Jahresergebnis über dem Vorjahreswert von 36 Millionen Euro. Im Geschäftsjahr 2015/16 betrug der Nachsteuergewinn 28 Millionen Euro. Im Jahr zuvor fiel ein Verlust von 72 Millionen Euro an. Das neue Subskriptionsmodell erfreue sich einer hohen Nachfrage, sagte Hundsdörfer. Zum Ende des laufenden Geschäftsjahres rechnet der Konzern mit alles in allem mehr als 30 Vertragsabschlüssen. Mit dem Modell biete der Konzern seinen Kunden Produkte und Dienstleistungen in einem mehrjährigen, nutzungsabhängigen Gesamtvertrag. Über die Laufzeit der Fünf-Jahres-Modelle erwartet der Konzern ein zusätzliches Geschäftsvolumen von rund 150 Millionen Euro. Zunehmend positiv auf den Umsatz werde sich auch die Serienproduktion digitaler Maschinen im Verpackungs- und Etikettendruck, die im vergangenen Jahr gestartet wurde, auswirken.

Mittelfristige Ziele seien greifbar

Sowohl das Subskriptionsmodell als auch die neuen Digitaldruckmaschinen werden sich in den nächsten Jahren in zunehmendem Maße im Umsatz und Ergebnis niederschlagen. Die mittelfristigen Ziele – ein Anstieg des Konzernumsatzes auf rund 3 Milliarden Euro, ein operatives Ergebnis von 250 bis 300 Millionen Euro sowie ein Nachsteuergewinn von mehr als 100 Millionen Euro – würden immer greifbarer, sagte Vorstandschef Rainer Hundsdörfer: „In Richtung digitale Transformation hat Heidelberg im abgelaufenen Geschäftsjahr große Fortschritte gemacht“. Durch Firmenzukäufe im Bereich Digital – so erwarb Heidelberg den Bamberger Softwarespezialisten Docufy – wuchs die Belegschaft auf konzernweit 11.563 Mitarbeiter Ende März 2018 – 52 mehr als Ende März 2017. In Heidelberg waren Ende Dezember 2017 978 Mitarbeiter beschäftigt (2016: 971), am Verwaltungssitz und Produktionsstandort Wiesloch-Walldorf 3983 (3935). 

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