Wirtschaft Greta-Tweet hat für die Bahn ein Nachspiel

Als Greta Thunberg im vergangenen Januar mit der Bahn von Stockholm zum Weltwirtschaftsforum nach Davos anreiste, fiel erstmals
Als Greta Thunberg im vergangenen Januar mit der Bahn von Stockholm zum Weltwirtschaftsforum nach Davos anreiste, fiel erstmals auf, dass die schwedische Klimaschutzaktivistin Flüge grundsätzlich vermeidet. Wirbel um ihre Reise durch Deutschland gab es damals aber anders als kürzlich bei ihrer Rückreise nach Schweden nicht. Foto: dpa

Die Berliner Datenschutzbeauftragte sieht Gesprächsbedarf wegen des Umgangs der Deutschen Bahn mit personenbezogenen Reisedaten

Ein Tweet der Deutschen Bahn (DB) über die Klimaaktivistin Greta Thunberg hat ein Nachspiel. Die Berliner Datenschutzbeauftragte Maja Smoltczyk will den Fall zum Anlass nehmen, um mit der DB über den Umgang mit „personenbezogenen Reisedaten“ zu sprechen.Das Thema solle unabhängig vom Einzelfall besprochen werden, sagte ein Sprecher Smoltczyks. Weder lägen Beschwerden vor, noch sei ein Verfahren gegen das Unternehmen geplant. „Wir sehen es aber generell kritisch, wenn die Bahn Daten von Reisenden veröffentlicht.“

Zwei Tweets der Deutschen Bahn

Eine Zugfahrt Thunbergs hatte am Wochenende für Aufsehen gesorgt. Die 16-Jährige hatte am Samstag bei Twitter ein Foto gepostet, das sie auf dem Boden sitzend zwischen Koffern in einem ICE zeigt. Dazu hatte sie geschrieben: „In überfüllten Zügen durch Deutschland. Und ich bin endlich auf dem Heimweg!“ Sie war nach monatelanger Reise auf dem Rückweg nach Schweden. Die DB hatte zunächst mit einem freundlichen Tweet reagiert: „Wir wünschen Greta eine gute Heimfahrt. Und arbeiten weiter hart an mehr Zügen, Verbindungen und Sitzplätzen.“ In einem zweiten Tweet nannte die DB dann den Zug (ICE 74), in dem das Foto aufgenommen worden war, und schrieb: „Noch schöner wäre es gewesen, wenn Du zusätzlich auch berichtet hättest, wie freundlich und kompetent Du von unserem Team an Deinem Sitzplatz in der Ersten Klasse betreut worden bist.“ Daraufhin brach vor allem in den sozialen Medien ein Anti-Greta-Shitstorm los.

Greta Thunberg erläutert Details

Greta Thunberg reagierte mit einem weiteren Tweet. Darin stellte sie klar, dass der Zug, mit dem sie in Basel abgefahren war, aus dem Verkehr gezogen wurde und sie dann in zwei verschiedenen Zügen auf dem Boden gesessen habe. Erst hinter Göttingen haben sie schließlich einen Sitzplatz erhalten. Das sei aber kein Problem und sie habe nie behauptet, dass es eines wäre. Zudem schrieb sie: „Überfüllte Züge sind ein großartiges Zeichen, weil das bedeutet, dass die Nachfrage nach Bahnreisen groß ist.“ Der Hinweis in dem zweiten Greta-Tweet auf den Zugausfall ist zutreffend. Tatsächlich kam der ICE 76 auf dem Weg von Zürich über Basel nach Hamburg wegen eines technischen Defekts nur bis Offenburg. Greta Thunberg erreichte Hamburg dann erst mit dem zwei Stunden später folgenden ICE 74, der – wohl nicht zuletzt wegen der gestrandeten Reisenden aus dem nur bis Offenburg gekommenen ICE 76 – zeitweise überfüllt war. Kommentar: Das Greta-Gate der Deutschen Bahn

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