Wirtschaft
Globus bleibt auf Wachstumskurs
Die familiengeführte Globus-Gruppe legt weiter zu. Zu den Treibern zählen jedoch nicht die heimischen SB-Warenhäuser und Fachmärkte – darunter zwölf in der Pfalz – , sondern die jeweils 15 Megamärkte in Tschechien sowie in Russland. Punkten will die Gruppe mit Sitz im saarländischen St. Wendel mit dem Ausbau der Eigenmarken und der Erweiterung digitaler Angebote.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018/19 (30. Juni) erzielte die Globus-Gruppe einen Umsatz von 7,71 Milliarden Euro, ein Zuwachs von 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, sagte Thomas Bruch, geschäftsführender Gesellschafter der Globus-Gruppe am Mittwoch bei der Präsentation der Bilanzzahlen in Saarbrücken. Während das Geschäft in den heimischen 47 SB-Warenhäusern (in der Pfalz in Grünstadt, Ludwigshafen, Neustadt, Kaiserslautern und Bobenheim-Roxheim) leicht um 0,9 Prozent auf einen Umsatz von 3,38 Milliarden Euro wuchs, legte Globus in Tschechien mit 2,9 Prozent auf 1,06 Milliarden Euro und mit 6,4 Prozent in Russland auf umgerechnet etwa 1,4 Milliarden Euro deutlicher zu. Als Gründe für den moderaten Zuwachs im Heimatmarkt nannte Johannes Scupin, Sprecher der Geschäftsführung der SB-Warenhäuser, die lange Hitzeperiode im vergangenen Jahr, eine schwierige Situation am Fleischmarkt sowie die Auswirkungen des E-Commerce auf das Nicht-Lebensmittel-Sortiment. Im Gegensatz zu vielen Wettbewerbern betreibt Globus an seinen Selbstbedienungs-Warenhaus-Standorten Metzgereien und Bäckereien mit eigener Frischwarenproduktion.
Zu den digitalen Services zählt in 30 der 47 deutschen Märkte das Angebot an die Kunden, Produkte selbst zu scannen, bevor sie in den Einkaufswagen wandern. Den automatisch errechneten Endbetrag für den gesamten Einkauf können die Kunden dann an einer Bezahlstation begleichen. Bezahlen ist bei Globus auch per Smartphone möglich. Dieses Angebot soll bis Ende des laufenden Geschäftsjahres in allen deutschen Märkten verfügbar sein. Ergänzt hat Globus die digitalen Services durch die App „Mein-Globus“, in Ergänzung zum bereits bestehenden Kundenprogramm.
Auf digitalisierte Angebote setzte das Unternehmen auch beim Kontakt zu den Mitarbeitern oder bei der Ausbildung. Eine eigene App soll die Verbindung der Beschäftigten zum Unternehmen erleichtern. Über eine eigens konzipierte Lernplattform können die Mitarbeiter unterschiedliche Trainingsangebote digital durchlaufen.
Positiv entwickelt haben sich auch die Globus-Fachmärkte. Die 91 Häuser in Deutschland mit zusammen 9100 Mitarbeitern erreichten einen Umsatz von 1,84 Milliarden Euro – ein Zuwachs von 2,9 Prozent gegenüber dem Geschäftsjahr 2017/18. Der Absatz des Eigenmarken-Sortiments, das um Camping- und Freizeitartikel erweitert wurde, habe deutlich zugelegt – auch im Baumarkt-Online-Shop.
Die Globus-Gruppe betreibt an 172 deutschen und ausländischen Standorten SB-Warenhäuser sowie Bau-, Getränke- und Gartenfachmärkte mit zusammen rund 46.000 Mitarbeitern, darunter rund 19.000 in deutschen SB-Warenhäusern, 9100 in den Baufachmärkten, 7600 in Tschechien und 10.100 in Russland. n der Pfalz betreibt Globus fünf Selbstbedienungswarenhäuser, fünf Globus-Baumärkte – Germersheim, Grünstadt, Neustadt, Wörth und Zweibrücken – sowie die beiden Hela-Profi-Zentren in Kusel und Neustadt. Die Anzahl der Beschäftigten in der Region ist stabil geblieben. Zusammengenommen beschäftigt Globus in der Pfalz 2590 Mitarbeiter – 1900 in den SB-Warenhäusern und 690 in den Baumärkten.
In den Erhalt bestehender Standorte und die Entwicklung neuer Märkte hat Globus im vergangenen Geschäftsjahr rund 390 Millionen Euro investiert. Im laufenden Geschäftsjahr ist geplant, das 48. deutsche SB-Warenhaus zu eröffnen. Neugestaltet wurde in einigen Märkten der Restaurantbereich. Unter anderem in Neustadt und am Stammsitz in St. Wendel wurde ein Front-Cooking-Konzept eingeführt, bei denen die Speisen direkt vor den Augen der Kunden zubereitet werden. Mit Interesse verfolge Globus den Verkaufsprozess beim Wettbewerber Real. Der Düsseldorfer Handelsriese Metro will die SB-Warenhauskette mit 280 Häusern und 34.000 Mitarbeitern, darunter sieben Märkte mit 800 Beschäftigten in der Pfalz, verkaufen, ist aber noch nicht zum Abschluss gekommen.
Keine Neuerung gibt es zu den Plänen für Zweibrücken. Dort wollte Globus den Bau- Getränke- und Gartenmarkt um 800 auf 19.500 Quadratmeter Verkaufsfläche erweitern. Die Pläne für die 6-Millionen-Euro-Investition lehnte die Neustadter Genehmigungsbehörde SGD zunächst ab.