Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel GDL-Streik: Hiobsbotschaft für Pendler

GDL-Streiks haben (wie hier 2015) schon großen Schaden angerichtet. Im S-Bahn-Verkehr der Rhein-Neckar-Region konnte aber meist
GDL-Streiks haben (wie hier 2015) schon großen Schaden angerichtet. Im S-Bahn-Verkehr der Rhein-Neckar-Region konnte aber meist ein Betrieb auf reduziertem Niveau aufrecht erhalten werden.

Unter den Streiks der Lokführergewerkschaft GDL wird auch die Rhein-Neckar-Region leiden. Bisher ist es in derartigen Situationen aber meist gelungen, den Schaden in Grenzen zu halten.

Wer in der Pfalz mit der Bahn fährt, dürfte in den vergangenen Wochen schon mit einiger Sorge verfolgt haben, wie sich der Tarifstreit zwischen der Deutschen Bahn (DB) und der Lokführergewerkschaft GDL zugespitzt hat. Jetzt droht ein ähnlicher Konflikt wie in den Jahren 2007/08, 2011 und 2014/15. Speziell der schier endlose Streit von 2014/15 wird vielen Bahnkunden noch in mehr als unangenehmer Erinnerung sein.

Zu rechnen ist nun wohl zunächst einmal mit kurzfristig angekündigten Warnstreiks und später nach einer Urabstimmung auch mit längeren Streiks. Bei solchen längeren Streiks ist es der DB in der Rhein-Neckar-Region allerdings bisher meist gelungen, einen stabilen Fahrplan auf reduziertem Niveau aufrecht zu erhalten, also beispielsweise einen Stundentakt bei der S-Bahn. Die Chancen dafür könnten nun sogar noch besser sein, weil die GDL bei den Lokführern nicht mehr so klar dominiert wie früher. Zudem haben wohl auch viele GDL-Mitglieder den Streik von 2015 in eher unguter Erinnerung, weil damit letztendlich nach für alle Beteiligten quälenden Strapazen wenig erreicht wurde.

Die größere Eisenbahnergewerkschaft EVG, die für GDL-Chef Claus Weselsky der eigentliche Feind ist, hat einen gültigen Tarifvertrag mit der DB. Ausweislich der Betriebsratswahlen hat die EVG im für die S-Bahn Rhein-Neckar zuständigen DB-Betrieb offenbar deutlich mehr Mitglieder als die GDL. Aus Sicht der Bahnkunden ist das ein Hoffnungsschimmer. Auf Sympathien beim Publikum kann GDL-Chef Weselsky mit seinem Kurs, auf dem Rücken der Fahrgäste die Bahnbelegschaft zu spalten, jedenfalls nicht rechnen.

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