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Für die schwarzen Schwerstarbeiterinnen ist schließlich Schluss
Dampflokomotiven sind heute ein Publikumsmagnet. Als sie noch zum Alltag gehörten, waren sie mit ihrem Schmutz und Lärm für viele aber eher ein Ärgernis als eine Attraktion. Heute vor 43 Jahren endete mit zwei Kurz-Einsätzen bei Emden in Ostfriesland die Dampflokzeit bei der Deutschen Bundesbahn (DB).
Die DB war bei der Ablösung dieser veralteten Technik im westeuropäischen Vergleich ein Nachzügler, weil Mittel für Investitionen stets knapp waren. Eine Elektrifizierung erlaubte oft deutlich kürzere Fahrzeiten und höhere Zuglasten, erforderte aber sehr hohe Investitionen und erfolgte deshalb nur auf besonders stark befahrenen Strecken.
Die Diesellokomotiven der DB waren so ausgelegt, dass ihre Leistung in etwa ausreichte, um eine entsprechende Dampflok zu ersetzen. Da die Bundesbahn auf den Serienbau einer teuren sechsachsigen Diesellok verzichtete, galt dies aber nicht in allen Fällen. So entstand die kuriose Situation, dass manche Bundesbahn-Dampflokomotiven ihren Diesel-Nachfolgern deutlich überlegen waren. Das galt vor allem für die schweren Güterzugdampfloks der Baureihe 44, mit denen es keine Bundesbahn-Diesellok aufnehmen konnte. Dieser Loktyp wurde deshalb auch in den letzten Jahren des Dampfbetriebs vor allem dort eingesetzt, wo besonders schwere Züge zu befördern waren.
Ölgefeuerte Top-Elite für schwerste Dienste
Gewissermaßen die Top-Elite der 44-Flotte waren die gut 30 Loks, die für den Einsatz auf der damals extrem stark belasteten Nord-Süd-Strecke von Hannover nach Würzburg eine Ölfeuerung bekommen hatten. Die ölgefeuerten 44, die im 1968 eingeführten EDV-gerechten Nummernsystem als 043 bezeichnet wurden, galten als die besten Güterzugdampfloks der Bundesbahn und hatten auch nach der 1963 abgeschlossenen Elektrifizierung der Nord-Süd-Strecke Schwerstarbeit zu leisten. Letzte Einsatzstrecke der 043 war die Emslandbahn von Rheine nach Emden.
Hier fuhren unter anderem die mit einer Bruttolast von 4000 Tonnen schwersten Züge, die es bei der Bundesbahn damals gab. Sie bestanden aus 50 vierachsigen Großraumwagen und transportierten Erz vom Hafen Emden zu Stahlhütten im Saarland. Südlich von Rheine fuhren diese schier endlosen, im regionalen Eisenbahnerjargon „Langer Heinrich“ genannten Züge mit zwei E-Loks, nördlich von Rheine auf der damals noch nicht elektrifizierten Emslandstrecke mit zwei Dampfloks.
Erst nachdem Ende September 1977 der elektrische Betrieb auf der Schwarzwaldbahn zwischen Villingen und Konstanz und auf dem südlichen Abschnitt der Gäubahn zwischen Horb und Hattingen aufgenommen worden war, hatte die DB genug geeignete Dieselloks zur Verfügung, um die letzten Dampfloks auf der Emslandstrecke abzulösen. Dort fuhr am 23. Oktober ein Abschiedssonderzug, drei Tage später gab es die letzten Kurz-Einsätze von zwei 043-Loks, am 27. Oktober wurden die letzten Bundesbahn-Dampfloks ausgemustert.
Bei der Reichsbahn fahren Dampfloks länger
Zu diesem Zeitpunkt gab es in der DDR, wo die Staatsbahn kurioserweise aus rechtlichen Gründen den Namen Deutsche Reichsbahn (DR) beibehalten hatte, noch über 1000 Dampfloks, die teilweise auch im Schnellzugdienst eingesetzt wurden. Erst gut elf Jahre später fuhr der letzte Dampfzug auf DR-Normalspurgleisen am 29. Oktober 1988 von Thale nach Halberstadt.
Bei einigen Schmalspurbahnen unter anderem in Sachsen und vor allem im Harz hat sich der Dampfbetrieb sogar bis heute gehalten und ist inzwischen als Touristenattraktion nicht mehr wegzudenken. Das gilt gerade für die Strecke von Neustadts Partnergemeinde Wernigerode zum Brocken. Anders als beim Kuckucksbähnel im Pfälzerwald dienen die dampfbetriebenen Strecken hier oft auch dem regulären Nahverkehr.
Schnellzugloks als Stars von Pfälzer Bahnjubiläen
In Privatbesitz gibt es heute auch noch betriebsfähige Großdampfloks. Die Fähigkeit, extrem schwere Züge zu schleppen, die den Öl-44ern der Bundesbahn zu ihrem relativ langen Leben verhalf, ist aber heute nicht mehr gefragt. Deutlich beliebter sind Schnellzugloks, die mit ihren zwei Meter hohen Rädern besonderen Eindruck machen und dank ihrer Eignung für relativ hohe Geschwindigkeiten auch auf einer heutigen Hauptstrecke problemlos eingesetzt werden können. Dies gilt besonders für die ölgefeuerte 01.10, die ebenfalls ihren Diesel-Nachfolgern klar überlegen war und zwischen Hamburg und Westerland 1972 nur um den Preis längerer Fahrzeiten von neuen Dieselloks abgelöst werden konnte.
Eine Lokomotive dieser Baureihe, die 01 1066, war vor rund 20 Jahren im Oktober 2000 der Superstar der ersten großen Pfälzer Plandampfveranstaltung zum Jubiläum der Queichtalbahn. Wie die zugkräftigen Öl-44er hatte sie ihre Bundesbahn-Karriere auf der Emslandstrecke beendet. Ihren letzten Schnellzug vom Hafenbahnhof Norddeich Mole nach Rheine fuhr sie am 31. Mai 1975.
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