Coronavirus RHEINPFALZ Plus Artikel Eine Maske sorgt für Unruhe an Schulen

KN95-Maske des chinesischen Herstellers Jiangxi Meilin Kangda, wie sie Schulen erhielten.
KN95-Maske des chinesischen Herstellers Jiangxi Meilin Kangda, wie sie Schulen erhielten.

In Rheinland-Pfalz wurde ein Mund-Nasen-Schutz eines chinesischen Herstellers ausgeliefert, der im Warnsystem der EU auftaucht.

Vergangene Woche erst haben Zweifel an der Wirksamkeit von Corona-Schutzmasken für helle Aufregung im Klinikum Ludwigshafen gesorgt, dem zweitgrößten Krankenhaus in Rheinland-Pfalz (1000 Betten). 70.000 KN95-Masken aus China hat das Klinikum aus dem Verkehr gezogen. Die Sache ist noch nicht ausgestanden, da sorgt ein anderer Fall für Unruhe und für erneute Zweifel an Atemmasken: diesmal an Schulen in Rheinland-Pfalz.

Als ernsthaftes Gesundheitsrisiko eingestuft

Das Land hat dort gerade erst zusammen 207.900 Atemschutzmasken verteilt. Ein Teil der Schulen – darunter mindestens zwei in der Pfalz – erhielt KN95-Masken des chinesischen Herstellers Jiangxi Meilin Kangda Pharmaceutical mit der Modellbezeichnung DK-P001. Aber vor genau dieser Maske dieses Produzenten hatte das Schnellwarnsystem der EU für gefährliche Produkte Rapex bereits Ende Juni gewarnt: Die Filterleistung sei unzureichend, meldeten die Behörden aus Belgien. Die Bedrohung wurde als ernsthaftes Gesundheitsrisiko eingestuft. Auch die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin in Dortmund warnt in ihrer Datenbank „Gefährliche Produkte“ vor der Maske.

Masken sollen vernichtet und ersetzt werden

Auf Anfrage der RHEINPFALZ reagierte das Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung (LSJV): Etwa 16.000 Masken des genannten Herstellers seien vom Bund geliefert und vom LSJV an Schulen in Rheinland-Pfalz weiterverteilt worden. Sie sollten nun sicherheitshalber vernichtet werden und würden unverzüglich ersetzt. Das Amt habe bisher keine Kenntnis von der Produktwarnung gehabt und entschuldigt sich „ausdrücklich“ für „etwaige Beunruhigungen an den Schulstandorten“.

Das Landesamt weist darauf hin, dass die Infektionsschutzwirkung der ausgelieferten Chargen vom Tüv Nord in einer Prüfung im April bestätigt und die Masken von der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD) in Neustadt als geeignet bewertet worden seien. Pikant ist die Stellungnahme der SGD Süd. Ein ernstes Risiko liege in diesem Falle nicht vor, so die Behörde. Denn laut der Warnmeldung aus Belgien werde die Filterleistung mit 92 Prozent statt der geforderten mindestens 94 Prozent nur geringfügig unterschritten. Allerdings stimmt das so nicht: Denn die Prüfung stellte eine Filterwirkung von höchstens 92,2 Prozent fest.

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