Meinung
E-Autos – knapp und teuer
Die Automärkte der Welt stecken in einem für sie besonders negativen Jahr fest – und es gibt wenig Aussicht auf schnelle Besserung: 2022 werden nach einer Prognose von Automarktforscher Ferdinand Dudenhöffer nur noch 67,6 Millionen Neuwagen verkauft. Das wären 16,8 Millionen Fahrzeuge weniger als 2021 – das ist deutlich mehr als der gesamte europäische Automarkt ausmacht. Woher kommt das?
Mehrere Ursachen
Mangel an Chips für die Autoelektronik sowie als Folge der Pandemie und des Ukraine-Kriegs gestörte Zulieferketten mit dem Niedergang des russischen Absatzmarkts sind die Hauptfaktoren. Autos, vor allem vollelektrische, sind inzwischen knapp. Lange Lieferzeiten und höhere Preise aufgrund von Materialverteuerung sind die Folge. Kundinnen und Kunden, durch die Verwerfungen der Weltwirtschaft, drohende Energieengpässe und steigende Lebenshaltungskosten ohnehin verunsichert, zögern Käufe hinaus.
Guter Kompromiss
Vor diesem Hintergrund die staatliche Umweltprämie in Deutschland abzusenken, wäre deshalb kontraproduktiv. Der Schwung hin zum Elektro- oder wenigstens Hybrid-Auto, wie umweltpolitisch erwünscht, würde so „unter die Räder kommen“, wie Dudenhöffer zutreffend kritisiert.
Klar ist aber, dass am Verbrenner – gerade in Nutzfahrzeugen – noch lange kein Weg vorbeiführt. Zudem muss individuelle Mobilität auch für weniger zahlungskräftige Kreise erschwinglich bleiben. Der Einsatz synthetischer Kraftstoffe stellt da einen guten Kompromiss dar.