Wirtschaft Digitalisierung der Heidelberger Druckmaschinen AG gelingt

Die Serienproduktion von Digitaldruckmaschinen für den Verpackungsdruck sei reibungslos angelaufen, teilte die Heidelberger Druc
Die Serienproduktion von Digitaldruckmaschinen für den Verpackungsdruck sei reibungslos angelaufen, teilte die Heidelberger Druckmaschinen AG mit.

«Frankfurt.»Auf dem Weg vom klassischen Druckmaschinenbauer zum digitalen Konzern ist Branchenprimus Heidelberger Druckmaschinen AG „einen großen Schritt vorangekommen“.

Dies sagte Vorstandschef Rainer Hundsdörfer gestern bei der Präsentation der Bilanzzahlen für das Geschäftsjahr 2017/18 (31. März) in Frankfurt. Der Konzern habe die Technologieführerschaft im Bereich Digitaldruck ausgebaut, so Hundsdörfer. Ziel sei, zum Leuchtturm in der Industrie zu werden. Hierbei helfe, so hatte Hundsdörfer bei anderer Gelegenheit erläutert, dass die Marke Heidelberg in den vergangenen schwierigen Jahren keinen Schaden genommen habe. Die Wachstumsstrategie der Heidelberger sei im Wesentlichen datenbasiert. Jede Maschine liefere pro Jahr 10,2 Milliarden Datensätze. Dies „ist ein einzigartiger Schatz“, den der Konzern heben könne. Hoch sei die Nachfrage nach dem neuen Subskriptionsmodell, bei dem der Konzern dem Kunden die Maschine zur Verfügung stelle und Service und Verbrauchsmaterialien über einen mehrjährigen Vertrag berechne. Je höher die Produktivität beim Kunden sei, desto besser für Heidelberg. Die Zeiten, in denen Maschinen und später Ersatzteile dafür verkauft wurden, seien vorbei, sagte Hundsdörfer: „Wir verkaufen Produktivität“. Bis Ende des laufenden Geschäftsjahrs will der Konzern 30 solcher Verträge abschließen, 17 sind bereits geschlossen. Dies sei ein Umsatzpotenzial von rund 150 Millionen Euro auf fünf Jahre. Das neue Modell verspreche – wegen der Service- und Verbrauchsmateriallieferung – einen um 70 Prozent höheren Umsatz gegenüber dem reinen Maschinenverkauf. Nach etwa vier bis fünf Jahren werde mit den installierten Maschinen ein höherer Umsatz mit Tinte erzielt – die Heidelberg selbst herstellt und die nur bei den eigenen Maschinen die höchste Qualität erreiche – als mit dem Verkauf von Neumaschinen. Der Umsatz im Geschäftsjahr 2017/18 lag mit 2,42 Milliarden Euro nur knapp unter dem des Vorjahres. Zu berücksichtigen seien dabei negative Währungseffekte von rund 72 Millionen Euro. Auch habe sich Heidelberg aus dem risikobehafteten Gebrauchtmaschinenhandel verabschiedet. Dieser habe bislang rund 100 Millionen Euro zum Umsatz beigesteuert. Für ein Jahr nach der Weltleitmesse Drupa, bei der die Hersteller hohe Auftragseingänge verzeichnen, sei dies ordentlich, sagte Finanzvorstand Dirk Kaliebe. Das Betriebsergebnis lag bei 103 (2016/17: 108) Millionen Euro. Ohne den negativen bilanziellen Einmalsteuereffekt durch die US-Steuerreform von 25 Millionen Euro hätte Heidelberg unterm Strich mehr Geld verdient als im Jahr zuvor. So jedoch sank das Nachsteuerergebnis von 36 auf 14 Millionen Euro. Dies war der dritte Jahresgewinn in Folge – nach einer Reihe von Jahren mit hohen Verlusten. Hundsdörfer zeigte sich mehr denn je davon überzeugt, die Mittelfristziele – ein Konzernumsatz von 3 Milliarden Euro und ein Nachsteuergewinn von mehr als 100 Millionen Euro – zu erreichen. Durch die neuen Modelle und Digitaldruckmaschinen für den Verpackungsdruck rechnet der Konzern mit einem Mehrumsatz von 500 Millionen Euro. Ende März dieses Jahres beschäftigte Heidelberg konzernweit 11.563 Mitarbeiter, 52 mehr als im Vorjahr; an den Standorten Heidelberg und Wiesloch stieg die Beschäftigtenzahl um 45 auf 4953. In Heidelberg sind noch 965 Mitarbeiter beschäftigt, doch steht ein Umzug bevor. Die Forschung und Entwicklung wird künftig auf dem Wieslocher Werksgelände, das der Konzern auch für Gründerfirmen öffnet, angesiedelt sein. Kommentar/Aktienchart

x