Meinung
Die Autobauer können aufatmen
Die Lage für Europas Autobauer ist dramatisch. Manche Hersteller kämpfen ums nackte Überleben. Probleme bereiten ihnen nicht nur der Umstieg auf die E-Mobilität und die Konkurrenz aus China. Auch die ungerechtfertigten US-Zölle drohen, den Umsatz weiter zu schmälern. Deshalb ist es richtig, die EU-Verordnung über die CO 2 -Flottengrenzwerte zu entschärfen und damit Strafzahlungen zu verhindern.
Das ist nicht nur wirtschaftlich sinnvoll, sondern auch politisch ein wichtiges Signal. In Zeiten, in denen Werke geschlossen werden und zehntausende Menschen nicht nur bei den Autobauern, sondern auch in der Zulieferindustrie um ihre Jobs bangen, wären zusätzliche Belastungen durch eine EU-Verordnung nicht zu vermitteln gewesen.
Gerne verdrängt wird aber, dass das zentrale Problem nicht die drohenden Strafzahlungen sind. Tatsache ist, dass die europäischen Fahrzeughersteller eine fundamentale Entwicklung verschlafen haben und auf dem Zukunftsmarkt der Elektromobilität gegenüber der Konkurrenz aus China nicht wettbewerbsfähig sind.
Auf lange Sicht muss die Politik bessere Rahmenbedingungen für das Hochfahren der Elektromobilität schaffen. Das kann sie etwa mit dem Ausbau der Ladeinfrastruktur, einem einheitlichen Bezahlsystem und günstigen Tarifen. Die Autoindustrie hat im Grunde nur eine Aufgabe: Sie muss gute und attraktive Fahrzeuge bauen. Erledigen Politiker und Ingenieure zügig ihre Hausaufgaben, wird sehr schnell niemand mehr auf die Idee kommen, sich ein Fahrzeug mit Verbrennermotor zu kaufen.
