Sanktionen gegen Russland
Deutliche Mehrheit der Pfälzer Industrieunternehmen dafür
Neben Sanktionen gegen führende Politiker Russlands unterstützen die Unternehmen auch restriktive Maßnahmen in den Bereichen Wirtschaft und Finanzen – ausdrücklich auch dann, wenn dies negative Folgen für die eigene Geschäftstätigkeit bedeutet. Zwar zierte sich speziell Deutschland tagelang gegen Eingriffe in den Zahlungsverkehr – mit der Begründung, dass der Handel mit Russland nicht zuletzt wegen der Abhängigkeit von russischem Gas und Öl davon abhänge. Aber die auf die unterbrechungsfreie Versorgung mit Energie angewiesenen Unternehmen sind für solche Maßnahmen: Sie betrachten den – inzwischen mit Ausnahmen beschlossenen – Ausschluss aus dem internationalen Zahlungsverkehrssystem Swift als zielführend. Und sie gehen noch weiter: Auf der Einfuhrseite fordern die Unternehmen, den Gasimport aus Russland komplett auszusetzen und Alternativen zu suchen. Vereinzelt warnen sie allerdings vor einer weitere Eskalation der ohnehin angespannten Situation auf den Energie- und Rohstoffmärkten.
Rund 200 Unternehmen in der Pfalz unterhalten Handelsbeziehungen mit Russland, etwa 60 mit der Ukraine. 250 Unternehmen wurden von der IHK befragt. Rheinland-pfalzweit betrug das Handelsvolumen mit Russland 2021 gut 1,2 Milliarden Euro und mit der Ukraine rund 230 Millionen Euro. Die Liste der Exportgüter in beide Länder führen chemische und pharmazeutische Erzeugnisse, Maschinen, Metalle und Metallerzeugnisse an.