Wirtschaft Daimler stockt in Wörth weiter auf

Zum ersten Mal seit vier Jahren werden im Daimler-Lkw-Werk in Wörth wieder Leiharbeiter in feste Arbeitsverhältnisse übernommen.
Zum ersten Mal seit vier Jahren werden im Daimler-Lkw-Werk in Wörth wieder Leiharbeiter in feste Arbeitsverhältnisse übernommen.

«Wörth/Stuttgart.» Die starke Nachfrage nach Mercedes-Benz-Lastwagen aus der Daimler-Montagefabrik in Wörth führt zu einer weiter steigenden Beschäftigung im weltweit größten Lkw-Werk. 100 an dem Südpfälzer Standort beschäftigte Zeitarbeitnehmer – auch Leiharbeiter genannt – werden jetzt in unbefristete Arbeitsverhältnisse übernommen.

Das teilte das Unternehmen im Zusammenhang mit der Vorlage der Konzernzahlen für das erste Quartal 2018 mit. Weil in Wörth auch zusätzliche Leiharbeiter eingestellt werden, wächst die Gesamtbelegschaft um gut 100 auf rund 12.300 Stellen. Die festangestellte Stammbelegschaft legt auf 10.450 Jobs zu. Ende März hatten sich, wie berichtet, Standortleitung und Betriebsrat darauf geeinigt, 80 in Wörth beschäftigte Leiharbeiter in feste Arbeitsverhältnisse zu übernehmen. Wegen der guten Auslastung der Produktion wurde die Anzahl jetzt um 20 aufgestockt. Damit werden zum ersten Mal seit vier Jahren wieder Leiharbeiter in feste und unbefristete Arbeitsverhältnisse übernommen. Die anhaltend hohe Nachfrage – vor allem nach aufwendig ausgestatteten Baustellenfahrzeugen – sorge für eine „sehr erfreuliche Auslastung“ der Lkw-Produktion, sagte der Wörther Standortverantwortliche Ingo Ettischer. Die Wörther Produktion läuft auf vollen Touren. Im üblichen Zweischichtbetrieb können dort bis zu 470 Lastwagen pro Tag hergestellt werden. Der – nach dem Ludwigshafener Chemiekonzern BASF – zweitgrößte industrielle Arbeitgeber der Pfalz fährt derzeit ein Produktionsprogramm von rund 100.000 Fahrzeugen pro Jahr. Der Daimler-Konzern bereitet weiter die Verlagerung der Lkw-Testabteilung mit rund 150 Beschäftigten nach Wörth vor. Dort hat das Unternehmen vor zehn Jahren 80 Millionen Euro in den Bau eines neuen Entwicklungs- und Versuchszentrums investiert, in dem 200 Beschäftigte arbeiten. Die Zusammenführung der Entwicklungs- und Testarbeiten wird die Bedeutung des Südpfälzer Daimler-Standorts weiter aufwerten. Auch der gesamte Daimler-Konzern sei gut ins Jahr gestartet, teilte der Stuttgarter Automobilkonzern mit. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) solle gegenüber dem Vorjahreswert von 14,7 Milliarden Euro leicht steigen. Im Februar war noch ein Gewinn auf der Höhe des Vorjahres angepeilt worden. Daimler hat das Gewinnziel für das gesamte Jahr angehoben, obwohl das Ebit im ersten Quartal mit 3,3 Milliarden Euro deutlich unter dem Vorjahreswert von 3,8 Milliarden Euro lag. Die Vergleichszahl von 2017 enthielt allerdings positive Sondereffekte in Höhe von 700 Millionen Euro, darunter die Neubewertung des Anteils an dem gemeinsam mit BMW und Audi übernommenen Kartenanbieters Here und Erträge aus einem Immobilienverkauf. Daimler setzte in den ersten drei Monaten des Jahres 806.900 Pkw und Nutzfahrzeuge ab. Damit stieg der Konzernabsatz gegenüber der gleichen Vorjahreszeit um 7 Prozent auf ein Rekordniveau. Der Pkw-Absatz stieg um 5 Prozent auf 594.300 Fahrzeuge. Mit 113.850 Lkw wurden 21 Prozent mehr Einheiten verkauft. Dazu kommen noch Vans und Busse. Der Konzernumsatz stieg um 3 Prozent auf 39,8 Milliarden Euro. Der gegenüber vielen Währungen stärkere Euro bremste die Umsatz- und Gewinnentwicklung. Bereinigt um Wechselkursveränderungen läge das Umsatzplus bei 8 Prozent. Zum Ende des ersten Quartals waren im Daimler-Konzern weltweit 294.029 Menschen beschäftigt. Das waren 8200 mehr als vor einem Jahr und 4700 mehr als Ende des vergangenen Jahres. In Deutschland arbeiten 173.880 Beschäftigte für das Stuttgarter Unternehmen. Hier wurden seit Ende 2017 rund 1800 Jobs neu geschaffen. In den USA beschäftigt Daimler 24.400 und bei Tochterfirmen in China 4150 Leute.

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