Unternehmen Betrugsmasche: IHK Pfalz warnt vor gefälschten EU-Schreiben

Die Briefe an Pfälzer Unternehmen erwecken den Eindruck, als seien sie offizielle Schreiben der EU-Kommission oder des Europäisc
Die Briefe an Pfälzer Unternehmen erwecken den Eindruck, als seien sie offizielle Schreiben der EU-Kommission oder des Europäischen Justizportals.

Die IHK Pfalz warnt vor einer „neuen Betrugsmasche“, die sich gegen Unternehmen richtet. Das Perfide: Der Trick ist nicht einfach zu durchschauen.

Es geht dabei um gefälschte Zahlungsaufforderungen, die aussehen wie Bescheide der Europäischen Union beziehungsweise des Europäischen Justizportals. In den vergangenen Tagen haben laut IHK mehrere pfälzische Unternehmen derartige Post erhalten. Darin seien sie aufgefordert worden, eine Verwaltungskostenpauschale auf ein belgisches Konto zu zahlen, erläutert Heiko Lenz, zuständiger IHK-Jurist. Die Zahlung werde fällig, so heißt es in den Schreiben, für die „Einrichtung und Verknüpfung des Unternehmensdatensatzes“ und die „Erteilung einer Europäischen Unternehmens-Identifikationsnummer“. Aber: „Weder die EU-Kommission noch das Europäische Justiz-Portal oder das Europäische System zur Verknüpfung von Unternehmensregistern versenden Bescheide mit Zahlungsaufforderungen“, stellt Lenz klar. Das habe sich die IHK von der EU-Kommission bestätigen lassen.

Authentisch formuliert

„Die Briefe sind sehr professionell aufgemacht, mit den korrekten Logos der Europäischen Kommission und des Europäischen Justizportals als Blickfang, auch die Internetadresse und die Postanschrift sind korrekt“, so Lenz. Die professionell formulierten Schreiben führten auch eine EU-Richtlinie als Zahlungsgrund auf. Sie enthielten Angaben zu den angeschriebenen Unternehmen, wie beispielsweise Geschäftsführer, Sitz und Handelsregisternummer. Die Briefe erschienen authentisch und seien auf den ersten Blick nicht leicht als Fälschung zu erkennen, sagt Lenz. Als Verwaltungskostenpauschale werde in einem Fall beispielsweise 784,12 Euro verlangt, in einem anderen 451,87 Euro. Solche betrügerischen Anschreiben seien nicht nur im Bezirk der IHK Pfalz aufgetaucht, sondern beschäftigten bundesweit auch die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK). Dort würden derzeit die Fälle gesammelt und an das Bundesjustizministerium weitergeleitet.

IHK-Jurist Lenz rät angesichts der gefälschten Rechnungen, Zahlungsaufforderungen genau zu prüfen. Er bittet außerdem darum, dass betroffene Unternehmen die IHK Pfalz informieren. Lenz ist der Ansprechpartner bei der IHK Pfalz und über die Telefonnummer 0621 5904-2020 oder die E-Mail-Adresse heiko.lenz@pfalz.ihk24.de erreichbar.

Das Europäische Justizportal gibt es tatsächlich. Es gibt Unternehmen und Bürgern online in 23 Sprachen Informationen zu Recht und Rechtspraxis in allen Mitgliedstaaten. Insolvenzregister, Unternehmensregister und Grundbücher aller 27 Mitgliedstaaten sind über das E-Justiz-Portal zugänglich unter https://e-justice.europa.eu.

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