Wirtschaft BASF-Werk: Fels in der Brandung

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Ludwigshafen. Trotz wachsender Sorgen um die Entwicklung der Weltwirtschaft sieht die neue Standortvereinbarung auch für die nächsten fünf Jahre hohe Aufwendungen für die Zukunftssicherung des Ludwigshafener Stammwerks des Chemie-Weltmarktführers BASF vor.

Der gestern von Vertretern der Unternehmensleitung und des Betriebsrats unterzeichnete Vertrag schreibt Ausgaben für Investitionen, Modernisierung und Erhalt des Standorts von mindestens 6 Milliarden Euro für 2016 bis 2020 fest. Die bisherige Vereinbarung für die Jahre 2011 bis 2015 nennt zwar eine Summe von 9 bis 10 Milliarden Euro zur Zukunftssicherung des Stammwerks. Dieser höhere Betrag enthält im Unterschied zur neuen Vereinbarung aber zusätzlich noch die Ausgaben für Forschung und Entwicklung. Die liegen bei knapp 1 Milliarde Euro pro Jahr. Gestern gab es keine Begründung für das Ausklammern der Forschungskosten im neuen Vertrag. Rechne man diese dazu, liege die Summe für die nächsten fünf Jahre über 10 Milliarden Euro, hieß es vonseiten der Unternehmensleitung. In den vergangenen fünf Jahren hat die BASF allerdings viel mehr in ihr Stammwerk investiert, als in der alten Standortvereinbarung vorgesehen war. Der aus dem bisherigen Vertrag abzuleitende Jahresdurchschnittswert von rund 2 Milliarden Euro wurde teilweise um mehr als 1 Milliarde Euro übertroffen. Die jährlichen Investitionen in neue Anlagen wurden auf 1 Milliarde Euro verdoppelt. Auch für Investitionen in Erhaltung und Modernisierung wurde gut 1 Milliarde Euro im Jahr ausgegeben. In ähnlicher Höhe lagen die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung. Der Investitionsboom in Ludwigshafen wird demnächst nach der Fertigstellung des 1 Milliarde Euro teuren Anlagenverbunds zur Produktion der Basischemikalie TDI auslaufen. Danach werden die jährlichen Investitionen deutlich sinken. Obwohl die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung immer dynamischer und weniger vorhersehbar werde, schaffe die BASF mit der Standortvereinbarung flexible und verlässliche Rahmenbedingungen, um das Stammwerk wettbewerbsfähig zu halten, sagte Margret Suckale, die als Arbeitsdirektorin und Standortchefin dem BASF-Vorstand angehört. Der Betriebsratsvorsitzende Robert Oswald hob hervor, dass das größte Chemieareal der Welt nicht in Einzelteile zerlegt werde. Die neue Vereinbarung schreibe die zentrale Rolle des Standorts mit Produktion, Forschung, Vermarktung, Infrastruktur- und Serviceleistungen fort. Während der Betriebsrat immer großen Wert darauf legt, dass in den Vereinbarungen betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen werden, drängt die Unternehmensleitung auf mehr Flexibilität bei der Beschäftigung. Der Einsatz von Leih- und Zeitarbeitern, die Ausgliederung von Arbeitsgebieten und die Umsetzung von Mitarbeitern auf andere Arbeitsplätze spielen dabei eine wichtige Rolle. So sei jetzt eine Logistik GmbH gegründet worden, bei der neu eintretende Mitarbeiter in diesem Bereich angestellt würden, sagte Personalchef Wolfgang Hapke. Bisherige Logistik-Beschäftigte bleiben bei der BASF SE. Für spezielle Servicebereiche werden mit der Gewerkschaft IG BCE eigene Tarifverträge vereinbart, die unter den hohen Chemietarifen liegen. Im Stammwerk seien derzeit 1800 Leiharbeiter beschäftigt, sagte Hapke. Der leichte Stellenaufbau am Standort werde fortgesetzt, so Hapke. Das für das Jahresende gesetzte Ziel von 36.100 Mitarbeitern sei fast erreicht. Das wären dann 540 mehr als Ende vergangenen Jahres. Gegenüber 2007, als ein jahrelanger, massiver Stellenabbau zum Stillstand kam, sind damit 3400 Arbeitsplätze neu geschaffen worden. Für das BASF-Stammwerk gibt es laut Hapke keine Programme zum Abbau von Arbeitsplätzen.

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