Unternehmen BASF stärkt Anlage im Stammwerk
Die BASF hat ihre Produktionsanlage für Ammoniumchlorid im Stammwerk erweitert und produziert dort die Substanz, die auch als Salmiak bekannt ist, mit einem neuen effizienteren Verfahren. Ammoniumchlorid wird für eine Vielzahl von Anwendungen gebraucht. Wie das Unternehmen am Mittwoch weiter mitteilte, sei mit der Anlage sowohl die Produktionskapazität um 50 Prozent erhöht, als auch die Produktqualität verbessert worden. Die BASF wolle damit, so hieß es weiter, den weltweit wachsenden Bedarf an qualitativ hochwertigem Ammoniumchlorid bedienen. Der Konzern produziert die Substanz nach eigenen Angaben ausschließlich am Standort Ludwigshafen und beliefert von hier die Kunden weltweit. Zum Umfang der Produktionskapazität wollte die BASF keine weiteren Angaben machen.
Integriert in den Verbund
Der Konzern nannte die Inbetriebnahme der erweiterten Anlage einen Meilenstein für die künftige Versorgung der Kunden mit Ammoniumchlorid. Außerdem investiere die BASF in die Produktqualität, damit die eigenen Produkte auch künftig die strengen und wachsenden regulatorischen Anforderungen für Anwendungen in Lebens- und Futtermitteln erfüllen.
Das in der neuen Anlagen verwendete optimierte Produktionsverfahren sei bei der BASF in Ludwigshafen ausgearbeitet und erfolgreich umgesetzt worden, hieß es. Es sei in den Produktionsverbund integriert und daher hocheffizient. Mit Verbund bezeichnet der Konzern die enge Vernetzung der Anlagen, wie es für das Stammwerk und andere Verbundstandorte charakteristisch ist. Die BASF will mit der Investition langfristig führender Anbieter für Ammoniumchlorid bleiben. Zur Höhe der Investitionssumme für die erweiterte Anlage wollte das Unternehmen keine Angaben machen. Neue Arbeitsplätze entstünden durch die Erweiterung nicht.
Ammoniumchlorid (NH 4 Cl) ist ein Salz für viele Anwendungen. Es dient nach Angaben der BASF unter anderem als Aromastoff in der Lebensmittelherstellung und als Säureregulator für Futtermittel. Zu den industriellen Anwendungen gehören demnach die Herstellung von Batterien, verzinkten Metallen, Reinigungsmitteln und Prozesschemikalien für die chemische-, kosmetische- und pharmazeutische Industrie. Ammoniumchlorid dient auch als Zusatzstoff bei der Gerbung von Leder. Der Ludwigshafener Chemiekonzern bietet die Substanz für die verschiedenen Anwendungen in passender Spezifikation an.
Robustes Wachstum
Die BASF erwartet den Angaben zufolge ein robustes Wachstum für Ammoniumchlorid, insbesondere in Lebensmittel-, Futter- und Pharmaanwendungen. Der wachsende Bedarf komme aus der Breite der Anwendungen, werde aber auch durch steigende regulatorische Anforderungen an das Produkt getragen. Speziell in der Lebensmittelherstellung oder bei der Herstellung von qualitativ hochwertigem Futtermittel seien diese Anforderungen besonders hoch. Deshalb sei auch die Steigerung der Produktqualität durch das neue Verfahren so bedeutend.
„Gut gerüstet für die Zukunft“
Das Stammwerk des Chemiekonzerns in Ludwigshafen steht bei der neuen Strategie der BASF besonders im Fokus. Der Vorstand bescheinigt dem Standort zwar langfristig eine sehr positive Perspektive. Doch kurzfristig verordnet er ihm ein hartes Sparprogramm, um ihn wieder wettbewerbsfähig zu machen. Das heißt: Kosten senken, Anlagen schließen, Stellen abbauen. Einige der rund 900 Produktionseinheiten und 160 Anlagen am Standort liefern keine ausreichenden Erträge mehr, sind strukturell zu wenig ausgelastet. 22 Prozent sind laut BASF ein Wettbewerbsrisiko. Die gute Nachricht: 78 Prozent sind langfristig wettbewerbsfähig. Die neue Ammoniumchlorid-Anlage sei aufgrund des verbesserten, sehr effizienten Produktionsprozesses wettbewerbsfähig und gut gerüstet für die Zukunft, teilte die BASF mit.