Wirtschaft BASF schließt Büros in Houston
«Ludwigshafen/Houston.» Wegen der Überschwemmungen und der anhaltenden Regenfluten durch den Tropensturm „Harvey“ in Texas hat der BASF-Konzern seine Büros in Houston bis auf Weiteres geschlossen. Ein Herunterfahren von Großanlagen wird nicht ausgeschlossen.
Der Ludwigshafener Chemiekonzern beschäftigt, wie gestern berichtet, in Texas an sechs Standorten 3000 Mitarbeiter. Bisher seien keine ernsten Schäden an den Standorten festgestellt worden, teilte die BASF auf Anfrage mit. Die Büros im Energy Tower 4 in Houston mit 350 Mitarbeitern seien geschlossen worden. Im März hat BASF verschiedene Geschäfts- und Verwaltungseinheiten in diesem Gebäude zusammengelegt. Dort sitzt unter anderem die Zentrale des US-Petrochemie-Geschäfts der BASF. Die Anlagen in kleineren Betrieben in Beaumont mit 180 Beschäftigten, Bishop mit fünf und Pasadena mit 124 Leuten seien vorsichtshalber heruntergefahren worden. Die großen Standorte in Texas – Freeport und Port Arthur – sowie Geismar im benachbarten Bundesstaat Louisiana seien bisher in Betrieb. Aufgrund der Überflutungen kommt es zu Beeinträchtigungen bei der Rohstoffversorgung und dem Transport von Produkten an texanischen Standorten des Chemiekonzerns. Die BASF informiert ihre Kunden über die aktuelle Verfügbarkeit von Produkten. Die weitere Entwicklung der Lage werde beobachtet, um zu entscheiden, ob und inwieweit die Anlagen am Verbund-Standort Freeport mit 900 BASF-Mitarbeitern und zusätzlich 800 Beschäftigten von Fremdfirmen sowie der Steamcracker in Port Arthur mit 300 Leuten weiter betrieben werden könnten, so das Unternehmen. Der Verbundstandort in Geismar, Louisiana, mit über 1000 BASF-Mitarbeitern und 630 Beschäftigten von Fremdfirmen in 22 Anlagen ist derzeit nicht von der Katastrophe betroffen. Der Sturm „Harvey“ bedroht jetzt aber auch Louisiana. Der Nachbarstaat von Texas, der in der Region um New Orleans im Jahr 2005 vom Wirbelsturm „Katrina“ verwüstet wurde, bereitet sich jetzt auf Hochwasser vor. Ende August 2005 wurde der BASF-Standort Geismar in Vorbereitung auf den Hurrikan „Katrina“ heruntergefahren. Der Sturm zog dann aber östlich am Chemieareal vorbei, das dabei nur gestreift wurde. An Gebäuden gab es kleinere Schäden. Einen Tag später liefen die Vorbereitungen zum Wiederanfahren an. Nach einer Woche lief die Produktion wieder.