Unternehmen RHEINPFALZ Plus Artikel BASF-Betriebsrat zieht „rote Linien“

Nächtlicher Blick über das BASF-Stammwerk in Ludwigshafen.
Nächtlicher Blick über das BASF-Stammwerk in Ludwigshafen.

Die BASF zahlt den Mitarbeitern der BASF SE etwas geringere Erfolgsprämien. Der Betriebsrat bleibt bei den Spar-Verhandlungen bei seinen „roten Linien“.

Das hat der Betriebsratsvorsitzende des Ludwigshafener Chemiekonzerns, Sinischa Horvat, auf RHEINPFALZ-Anfrage am Freitag noch einmal betont. Zu den „roten Linien“ gehöre zum Beispiel die Forderung, dass beim Abbau von Stellen auch die betreffende Arbeit wegfallen müsse. „Es darf keine weitere Arbeitsverdichtung geben“, sagte Horvat.

Für den Betriebsratsvorsitzenden der BASF SE sind aktuell die Verhandlungen über eine neue Standortvereinbarung für die Zeit nach 2025 und die milliardenschweren Sparmaßnahmen am Standort Ludwigshafen die Top-Themen. Die bisherige, noch bis Ende des Jahres laufende Standortvereinbarung schließt betriebsbedingte Kündigungen aus. Die Gespräche des Betriebsrats mit dem Unternehmen über eine neue Vereinbarung laufen. Die Arbeitnehmervertretung fordert mindestens fünf Jahre Laufzeit, Investitionen am Standort und weiterhin den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen.

Projekte zu BASF-Sparprogrammen

Die Sparprogramme werden in verschiedenen Projekten bearbeitet. Betriebsrat und das BASF-Management haben für die Gespräche „maßgeschneiderte Gremien zur Begleitung im Rahmen der Mitbestimmung aufgesetzt“, sagte Horvat. Von den Ergebnissen der Projektarbeit hänge auch der Umfang des Personalabbaus ab. So kommunizierte es am Freitag auch der BASF-Vorstandsvorsitzende Markus Kamieth. Grundsätzlich, betonte Horvat, bleibe der Betriebsrat bei der Forderung, dass die BASF die Sparprogramme mit „geschäftsfördernden Investitionen“ begleiten müsse – etwa in Forschung und Entwicklung sowie in „nachhaltige, innovative Produkte und Lösungen“.

Geringere Erfolgsprämie für BASF-Mitarbeiter

Die Erfolgsbeteiligung für die tariflichen und außertariflichen Mitarbeitenden der BASF SE – weitgehend identisch mit dem Stammwerk – für 2024 beträgt derweil 124 Millionen Euro, im Vorjahr waren es 140 Millionen Euro. Die Chemikantin oder der Chemikant der Tarifgruppe E 6, den die BASF gerne als Beispiel bei der Prämie anführt, bekommt als Erfolgsbeteiligung – als Zusatz zum Gehalt – für das vergangene Jahr 1924 Euro brutto. 2023 waren es 2119 Euro brutto. Für die Höhe der Prämie im Beispiel ist maßgeblich, dass der Chemikant „die Erwartungen des Unternehmens in vollem Umfang erfüllt hat“, so die BASF. Die im Mitarbeitergespräch festgelegte Leistungsbeurteilung sei die Grundlage der persönlichen Erfolgsbeteiligung für die rund 22.550 Tarifmitarbeiter (Vorjahr: 23.150) und der Boni für die rund 8500 außertariflichen Mitarbeiter der SE (Vorjahr: 8600). Die Auszahlung erfolgt nach BASF-Angaben im Mai.

Zudem haben die tariflich Beschäftigten der BASF SE einer Unternehmensmitteilung zufolge im November eine Jahresprämie (Weihnachtsgeld) in Höhe von insgesamt rund 125 Millionen Euro erhalten – je 100 Prozent eines Monatsentgelts.

Hier geht es zu einem ausführlichen aktuellen RHEINPFALZ-Beitrag zur momentanen Gesamtsituation bei der BASF.

Mehr zum Thema
x