Recycling
BASF baut Versorgung mit Öl aus Altreifen aus
Binnen weniger Wochen geht die BASF erneut einen großen Schritt, um ihre Versorgung mit einer neuen Rohstoffquelle wesentlich zu erweitern: Pyrolyseöl aus Altreifen. Der Ludwigshafener Chemiekonzern spricht von einem „Meilenstein“.
Die BASF teilte am Montag mit, sie werde dazu 16 Millionen Euro in die Pyrum Innovations AG investieren. Das Start-up-Technologieunternehmen sitzt im saarländischen Dillingen und ist auf die Pyrolyse von Altreifen spezialisiert. Dabei wird geschreddertes Reifengummi unter Hitzeeinwirkung und Sauerstoffausschluss zu einem Öl, dem Pyrolyseöl, umgewandelt. Mit der Investition wird die BASF den Ausbau der Pyrolyse-Anlage von Pyrum in Dillingen und die weitere Markteinführung der Technologie unterstützen.
Verarbeitung von bis zu 25.000 Tonnen Altreifen
Die Anlage von Pyrum kann derzeit bis zu 10.000 Tonnen Altreifen pro Jahr verarbeiten. Bis Ende 2022 kämen nun zwei Produktionslinien hinzu. Künftig sollen laut Pyrum zusammen bis zu 25.000 Tonnen Altreifen pro Jahr verarbeitet werden. Daraus würden dann 6000 bis 7000 Tonnen Pyrolyseöl entstehen. Die BASF wird nach eigenen Angaben den größten Teil des darin hergestellten Pyrolyseöls abnehmen. Die BASF hat laut Pyrum zugesagt, künftig bis zu 100.000 Tonnen des Öls abzunehmen.
Für den Ludwigshafener Chemiekonzern ist das Pyrolyseöl aus Altreifen und auch aus Mischkunststoffabfällen eine zusätzliche Rohstoffquelle. Sie stehen im Mittelpunkt des sogenannten Chem-Cycling-Projekts der BASF. Produkte, die aus Pyrolyseöl hergestellt werden, haben genau die gleichen Eigenschaften wie Produkte aus primären fossilen Rohstoffen. Allerdings haben sie laut BASF einen kleineren CO2-Fußabdruck als konventionelle Produkte. Die BASF spricht damit Kunden aus der Kunststoffindustrie an, die hochwertige Kunststoffe auf der Basis von recycelten Materialien suchen.
Aufbau einer breiten Versorgungsbasis
Die saarländische Pyrum beabsichtigt, zusammen mit interessierten Partnern weitere Reifenpyrolyseanlagen zu bauen. Zukünftige Investoren erhielten dabei die Gewissheit, dass das Pyrolyseöl von BASF zur Herstellung abgenommen werde, teilten beide Unternehmen mit.
Die Investition sei für die BASF ein weiterer wichtiger Schritt zum Aufbau einer breiten Versorgungsbasis für Pyrolyseöl, sagte Hartwig Michels, Leiter des BASF-Unternehmensbereichs Petrochemicals. Die BASF hatte erst kürzlich mit dem ungarischen Unternehmen New Energy die Lieferung von bis zu 4000 Tonnen Pyrolyseöl aus Altreifen pro Jahr vereinbart.