Meinung
Bahnverkehr: Reserven sind wichtig
Die Vergabe von Aufträgen im regionalen Schienenverkehr durch Ausschreibungen hat zu teilweise erheblichen Kostensenkungen für die Aufgabenträger geführt. Das hat dazu beigetragen, aus Sicht der Kunden erfreuliche Ausweitungen des Zugangebots zu ermöglichen. Ein Beispiel dafür sind die Regional-Express-Linien, für die nun oft der Begriff „Süwex“ (für „Südwest-Express“) verwendet wird.
Allerdings hat die Kostensenkung auch unerwünschte Folgen. Dazu gehört, dass oft mit zu knappen Reserven kalkuliert wird, wenn der Aufgabenträger dies nicht durch klare Vorgaben verhindert. Zu den Linien, bei denen sich der Kostendruck durch anhaltende Qualitätsmängel bemerkbar macht, gehören die Dieselstrecken in der Süd- und Westpfalz. Dabei zeigt sich in der Praxis auch immer wieder, dass der Einsatz von Altfahrzeugen etwa der Baureihe 628 nicht ruhmreich ist, aber allemal besser als reduzierte Kapazitäten oder gar ausfallende Züge.
Bei jüngeren Verkehrsverträgen wie der Neuvergabe der S-Bahn Rhein-Neckar oder nach der Ausschreibung des Elektronetzes Saar haben die Aufgabenträger zum Glück größere Reserven vorgegeben. Das erleichtert es, bei Komplikationen wie nun beim Süwex die Nachteile für die Kunden einigermaßen in Grenzen zu halten.