Wirtschaft Bahn verweigert Abnahme weiterer Doppelstock-IC-Garnituren
Wegen technischer Mängel verweigert die Deutsche Bahn derzeit die Abnahme von 25 neuen IC-Doppelstockzügen des Herstellers Bombardier, die laut Branchenkreisen einen Wert von rund 400 Millionen Euro haben. Die DB setze „auf schnelle Behebung der Mängel“, teilte ein Sprecher am Dienstag in Berlin mit. Aus internen DB-Unterlagen geht hervor, dass das Betriebssystem der von der DB als IC 2 bezeichneten Doppelstockzüge häufig zusammenbricht, vor allem beim Wechsel der Fahrtrichtung. Oft fällt der Zug demnach ganz aus. Um losfahren zu können, müssten Lokführer eine Stunde vor Abfahrt am Zug sein, um das System zu starten. Die relativ kostengünstigen IC 2 sollen nicht zuletzt dazu beitragen, langfristig nahezu alle Städte mit über 100.000 Einwohnern an das Fernverkehrsnetz anzuschließen. Die erste Bauserie wurde im Dezember 2015 in Betrieb genommen, die 27 Züge dieser Serie mit Loks der Baureihe 146 laufen nach anfänglichen Problemen inzwischen weitgehend stabil.
Probleme bei Fahrtrichtungswechsel
Bei der zweiten Serie mit der neuen Lok-Baureihe 147 gab es dagegen von Anfang an massive Probleme. Bestellt hat die DB insgesamt 42 Züge dieser zweiten Serie, abgenommen hat sie bereits 17, die derzeit auf den Linien von Karlsruhe nach Nürnberg und von Stuttgart nach Singen eingesetzt werden. Vor allem auf der Linie von Karlsruhe nach Nürnberg gab es mit den IC-2-Einheiten jede Menge Ärger – insbesondere beim Fahrtrichtungswechsel in Stuttgart. Teilweise musste die DB wieder auf älteres Zugmaterial zurückgreifen. Die „Süddeutsche Zeitung“ zitierte am Dienstag Branchenkreise, wonach die DB nun Schadenersatzforderungen gegen Bombardier prüft.