Wirtschaft Bahn investiert 12 Milliarden Euro in neue Fahrzeuge
Die Deutsche Bahn (DB) will bis 2026 rund 12 Milliarden Euro in die Modernisierung ihres Fahrzeugparks stecken. Teils werden dadurch ältere Fahrzeuge abgelöst, teils wird schrittweise auch das Zugangebot erweitert.
Die hohe, bisher noch nicht so genannte Summe von 12 Milliarden Euro ergibt sich allerdings dadurch, dass sämtliche Fahrzeuginvestitionen von Fern- und Nahverkehr zusammengezählt werden. Während die DB über Investitionen in ihre Fernzugflotte in eigener Verantwortung entscheidet, gibt es Investitionen in neue Nahverkehrsfahrzeuge vor allem dann, wenn sie in Ausschreibungen gefordert werden – so etwa beim zweiten Los der S-Bahn Rhein-Neckar. Zu diesem Los gehört auch die Linie von Mannheim über Ludwigshafen und Frankenthal nach Mainz. Hier sollen ab Ende 2021 neue Triebwagen des Siemens-Typs Mireo eingesetzt werden.
Per saldo über 20 Prozent mehr Sitzplätze
DB-Personenverkehrschef Berthold Huber beziffert das Beschaffungsvolumen zur Modernisierung des DB-Fernverkehrs bis zum Jahr 2026 auf 8,5 Milliarden Euro. Rund 3,7 Milliarden Euro entfallen auf die Modernisierung der Flotte von DB Regio, darunter rund 2,7 Milliarden Euro in die fünf großen S-Bahnen Deutschlands. Dem Ausbau der ICE-Flotte steht allerdings die bis 2026 geplante Ausmusterung aller Garnituren gegenüber, die die DB als IC 1 bezeichnet. Per saldo soll die Anzahl der Sitzplätze in der Fernzugflotte dennoch um mehr als 20 Prozent wachsen.
Berlin–München: 14 Prozent mehr Fahrgäste
Ein Schwerpunkt der Kapazitätserweiterungen waren in den vergangenen Jahren die ICE-Linien von München über Erfurt nach Berlin. Zwischen der Bundeshauptstadt und der Isarmetropole hat sich die Fahrzeit mit der Inbetriebnahme der Schnellstrecke Erfurt–Ebensfeld durch den Thüringer Wald um bis zu zwei Stunden verkürzt. Im Fahrplanjahr 2019 wurde deshalb die Kapazität um täglich rund 3000 Sitzplätze erweitert und die Anzahl der Sprinter-Verbindungen mit Halt nur in Nürnberg, Erfurt und Halle von drei auf fünf Zugpaare aufgestockt. Laut DB ist die Nachfrage zwischen München und Berlin 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 14 Prozent gestiegen.
Comeback für frühere Interregio-Linie
In den kommenden Jahren plant die DB, ihr Fernzugangebot nach und nach zu erweitern. Dabei gibt es zwei Schwerpunkte. Zum einen sollen auf immer mehr besonders stark frequentierten Strecken Züge im Halbstunden-Takt fahren. Ab Ende 2020 soll dies zwischen Berlin und Hamburg geschehen. Mit der nun für Ende 2025 angepeilten Inbetriebnahme von Stuttgart 21 ist ein Halbstundentakt auch zwischen Mannheim und München vorgesehen. Zum anderen erweitert die DB das Angebot auch dort, wo es keine Fernzüge (mehr) gibt. So soll es Ende 2020 ein Comeback für eine frühere Interregio-Linie durch einen IC von Frankfurt über Wetzlar nach Münster und Dortmund geben. Kommentar: Greta-Effekt in vollen Zügen genießen