Wirtschaft Kommentar: Greta-Effekt in vollen Zügen genießen
Die Klimaschutz-Aktivistin Greta Thunberg hat am Wochenende für viel Aufregung gesorgt. Dabei sind die Fakten relativ banal. Die Deutsche Bahn muss dringend in zusätzliche Fahrzeuge investieren.
Greta Thunberg und die Deutsche Bahn (DB) sind zwei potenzielle Aufreger-Themen. Am Wochenende kamen sie zusammen und sorgten für potenzierte Hysterie in den sozialen Medien. Klar ist nun: Die 16-jährige schwedische Klima-Aktivistin hat gar nichts falsch gemacht, die DB mit einem peinlich ungeschickten Tweet sehr viel, obwohl die Fakten darin zwar korrekt, aber unvollständig waren.
ICE 76 kam nur bis Offenburg
Der Vorfall ging auf eine der viel zu häufigen DB-Pannen zurück. Der ICE 76 kam auf dem Weg von Zürich nach Hamburg wegen einer technischen Störung nur bis Offenburg. Greta Thunberg kam erst mit dem zwei Stunden später folgenden ICE 74 in Hamburg an (schließlich genau zwei Stunden und 19 Minuten später als geplant) und musste zeitweise auf dem Boden sitzen, was wohl in einer solchen Situation schon vielen ICE-Fahrgästen passiert ist. Greta Thunberg selbst nahm dies sehr viel gelassener als viele Hysteriker in den sozialen Medien und gewann der Situation in einem Tweet sogar noch etwas Positives ab: „Überfüllte Züge sind ein großartiges Zeichen, weil das bedeutet, dass die Nachfrage nach Bahnreisen groß ist.“
Bahn braucht dringend mehr Züge
Die DB hat allen Grund, der „Fridays-for-Future“-Bewegung dankbar dafür zu sein, dass sie die Öffentlichkeit verstärkt für das Thema Klimabelastung durch den Verkehr und die Bedeutung der vergleichsweise umweltschonenden Bahn sensibilisiert hat. Um der wohl auch wegen des Greta-Effekts steigenden Nachfrage gerecht zu werden, muss die DB nun massiv in zusätzliche Fahrzeuge investieren. Genau das tut sie – und zwar lobenswerterweise auch in Fahrzeuge für IC-Linien abseits der großen ICE-Rennstrecken.
