Fairtrade 2020 mehr fair gehandelter Kaffee verkauft
Das Minus im Jahr 2020 betrug rund 5 Prozent; der Umsatz in Deutschland habe bei 1,9 Milliarden Euro gelegen, sagte Overath bei der jährlichen Bilanzpressekonferenz in Köln. Die Organisationen der Produzenten in armen Ländern bräuchten den fairen Handel aber mehr denn je.
Der Konsum einiger Produkte ist laut Fairtrade während der Corona-Pandemie gestiegen. Beim Kaffee gab es den Angaben zufolge einen Zuwachs von 6 Prozent auf 24.000 Tonnen. Damit liege der Marktanteil für Fairtrade-Kaffee am Kaffeeverkauf in Deutschland bei 5 Prozent. Auch bei Zucker (plus 31 Prozent), Fruchtsäften (plus 4 Prozent) sowie Blumen (plus 7 Prozent) seien Umsatzsteigerungen verzeichnet worden. Auch jede dritte Rose in Deutschland trägt demnach das Fairtrade-Siegel.
Massiver Preiskampf
Rückläufig war dagegen der Umsatz von Kakaobohnen mit einem Minus von 3 Prozent, wie es hieß. Der Rückgang bei Bananen um 14 Prozent sei vor allem auf den massiven Preiskampf zurückzuführen. Um 30 Prozent gesunken seien zudem die Verkaufszahlen von Textilien mit Fairtrade-Baumwolle.
Neben Mindestpreisen und langfristigen Verträgen erhalten die Fairtrade-Partnerorganisationen einen Aufschlag auf ihre Produkte: die Fairtrade-Prämie. Diese dürfe in der Pandemie als Ausgleich für Einkommenseinbrüche ausgezahlt werden, erklärte Nyagoy Nyong'o, Chefin von Fairtrade International. Durch Verkäufe auf dem deutschen Markt seien 38 Millionen Euro an Prämien erwirtschaftet worden. Außerdem stünden 15 Millionen Euro aus einem Corona-Hilfsfons für Nothilfe zur Verfügung – Geld aus Eigenmitteln des globalen Fairtrade-Netzwerks sowie von weiteren Unterstützern, darunter ist das Bundesministerium für Entwicklung und Zusammenarbeit.
Transfair (Fairtrade Deutschland) wurde 1992 mit dem Ziel gegründet, benachteiligte Produzenten in Entwicklungsländern zu unterstützen. Der Verein Transfair gehört zum Verbund Fairtrade International.