Rheinpfalz Zwetschgen Fehlanzeige

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Kurz war die Kirschenernte in diesem Jahr, oder sie fand erst gar nicht statt. Bei den Zwetschgen und Mirabellen hat der späte Frost die Hoffnung auf eine gute Ernte zunichte gemacht. Gut sieht es bei den Äpfeln und Birnen aus, wenn die Fäulnis nicht noch einen Strich durch die Erwartungen macht.

Wer überhaupt Kirschen ernten konnte, der durfte in diesem Jahr nicht unbedingt bis zur Vollreife warten. Der Regen hat viele Kirschen schon früh aufplatzen lassen, was den Befall von Krankheiten begünstigte. Vor allem der Fäulnis war Tür und Tor geöffnet, erläutert Michael Höh vom Obst- und Gartenbauverein Herschberg. Deshalb war es ratsam, nicht zu warten bis die Früchte dunkelrot waren. Besser auf ein wenig Süße verzichten, als die guten Kirschen faul werden lassen, meinen Luise und Gustav Hofmann vom Stockbornerhof. Sie hatten in ihrem Obstgarten Bäume, die in der Blüte vom Frost verschont blieben. Trotzdem war es eine schwächere Ernte als in den Jahren zuvor. Nur ganz vereinzelt hatten die Bäume in Contwig Kirschen. Noch schwächer war die Kirschenausbeute in Oberauerbach, Wallhalben und Winterbach. Neben dem Frost hat auch der Regen der Blüte geschadet, sodass die Bäume keine Frucht ansetzen konnten. Zwetschgen und Mirabellen wird es in diesem Jahr kaum geben. Die Bäume haben so wenig Früchte, dass es nicht einmal für einen einzigen saftigen Zwetschgen- oder Mirabellenkuchen reichen wird. „In solchen Jahren ist es gut, wenn man im Keller noch Vorräte in Gläsern aus besseren Vorjahren hat. So muss man nicht auf einen frischen Zwetschgenkuchen verzichten“, sagt Lore Ehresmann aus Winterbach. Es sei früher einfach so gewesen, dass man in guten Jahren eine Reserve angelegt hat. Höh hat in seinem Obstgarten in Biedershausen mit Zwetschgen und Mirabellen gerechnet, aber die späten Fröste haben ihm die Vorfreude verdorben. Äpfel und Birnen hängen überall ausreichend auf den Bäumen, berichtet Höh. Er hat deshalb den Behang bei seinen Apfelbäumen ausgelichtet. Zudem hat er noch das Laub ausgelichtet, weil er möchte, dass die Bäume nicht zu viel unnötige Kraft vergeuden müssen. Mit dieser Hilfe werden die Äpfel schön kräftig werden, glaubt Höh. Spätsommer und Herbst müssten aber noch einige Sonnentage bringen, wenn das Obst wirklich das gewünschte Aroma haben soll. Die Haltbarkeit könnte noch Sorgen bereiten, weil das Wetter weiterhin ungünstig bleibt. „Wir haben insgesamt ein Problemjahr für alles, was in der Natur gedeihen soll“, sagt Höh. Dies werde vor allem auch in der Landwirtschaft in der Region deutlich. |hac

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