Rheinpfalz Zweibrücken: Hotel Europa soll wieder Reisende beherbergen
Aus dem Hotel Europa am Eingang zum Flughafen-Gelände soll wieder das werden, was es vom Namen her ist: ein Beherbergungsbetrieb, ein Hotel. Vor 14 Tagen wurde das 96-Zimmer-Haus bei einer Auktion in Köln veräußert (die RHEINPFALZ berichtete). Der Erwerber sprang aber noch ab. „Es gab aber weitere Bieter. An einen habe ich jetzt verkauft. Er will es als Hotel wiederbeleben“, sagt Vorinhaber Thomas Kölsch. Gestern war Notartermin.
Um dem Erwerber nicht vorzugreifen, wollte Kölsch den Namen noch nicht nennen. Zumal man nicht vorm Notarstermin. „Der Käufer, so viel kann ich sagen, ist ein langjährig in der Immobilienbranche tätiges Unternehmen, das Projekte auch entwickelt. Es hat einen Betreiber für das Hotel.“ Beim künftigen Betreiber handele es sich um ein Ehepaar aus der Region Zweibrücken, das erfahren sei in der Hotellerie und Gastronomie.
Über eine halbe Million Euro geboten
Wie berichtet, war bei der Auktion am 17. März in Köln der Hammer beim Gebot von 530 000 Euro gefallen. Das Mindestgebot, auf einem aktuellen Wertgutachten beruhend, hatte bei 495 000 Euro gelegen. Nach Kölschs Angaben habe der damalige Höchstbietende von einem 14-tägigen Rücktrittsrecht Gebrauch gemacht. „Er hatte wohl kein richtiges Konzept für das Haus“, sagt Thomas Kölsch. Er selbst habe mit der Rücktrittserklärung freihändig verkaufen können. Und dabei sogar unter mehreren Interessen auswählen können. Das Vorhaben des künftigen Eigentümers gefalle ihm. Inwieweit die über eine Nutzfläche von 3395 Quadratmetern verfügende Immobilie umgebaut werde, dazu könne er nichts sagen.
Unterkunft für Offiziere und Flüchtlinge
Die Familie Kölsch hatte die ehemalige Offiziersunterkunft der US-Luftwaffe von 2002 bis November 2015 als Hotel betrieben. Danach war es als Unterkunft für Flüchtlinge an das Land Rheinland-Pfalz vermietet. Weil der Linienflugbetrieb am Flughafen im November 2014 eingestellt wurde, habe dem vielfach von Dauer-Gästen mit Bezug zum Flughafen genutzten Hotel Kundschaft gefehlt. Ein wirtschaftlicher Betrieb sei mit dem bisherigen Konzept nicht mehr aussichtsreich gewesen, begründeten die Betreiber die Aufgabe vor zweieinhalb Jahren. Das Inventar wurde verkauft, zurzeit steht das Haus leer. Wie Thomas Kölsch, der zusammen mit Frau und Tochter zwischenzeitlich ein Café in Pirmasens betreibt, betont, werde seine Familie Zweibrücken unternehmerisch nicht ganz verlassen. Man werde weiterhin für zwei Wohnblocks mit insgesamt 66 Einheiten des Eigentümers Aircity auf dem Flughafengelände die Hausverwaltung machen. Darüber hinaus werde man wohl nicht mehr in der Hotellerie tätig werden.