Rheinpfalz Zur Sache: Quelljungfer verhindert Schauflößen

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Seit Ende 2005 steht die Triftanlage Storrbachtal bei Lemberg als Denkmalzone unter Schutz, weil sie die bauliche und technische Konzeption einer Flößereinrichtung aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts überliefert. Das Kulturdenkmal soll das geschichtliche Bewusstsein fördern und sei auch aus wissenschaftlichen Gründen erhaltenswert. So steht es in der Entscheidung der Kreisverwaltung Südwestpfalz vom 29. November 2005. Doch ein Schauflößen gibt es seit 2009 nicht mehr. „Triften könnte man theoretisch heute noch“, sagt Heimatkundler Karl Ziegler, der es bedauert, dass keine Genehmigung mehr erteilt wird. Nicht zuletzt, weil so viel Energie und Arbeit in das Projekt geflossen sei. Bei einigen Projekten in der Vorderpfalz gehe das doch auch, argumentiert der 83-Jährige. Doch Denkmalschutz, Naturschutz und Wasserbehörden sind sich einig. Im Triftkanal der Storrbach soll keine Sohlräumung mehr vorgenommen werden, weil dadurch die gesetzlich besonders geschützte zweigestreifte Quelljungfer, eine Libellenart, mit ihrem fünfjährigen Larvenstadium extrem betroffen wäre, für die auch der Wasserschwall, der durch das Triften entstehen würde, eine Gefahr darstellen würde. Dies gehe aus einem Gutachten hervor, das die Verbandsgemeinde Pirmasens-Land 2010 in Auftrag gab, informiert Ulla Eder, Sprecherin der Kreisverwaltung. Auch Ulrike Schneider, Pressesprecherin der Struktur- und Genehmigungsdirektion, bestätigt die Marschroute. „Lose Steine können wieder eingesetzt werden“, sagt sie. Das sei kein Problem. Bewuchs könne entfernt werden, wenn er den ausgemauerten Triftkanal in seiner Substanz gefährdet. Aber Schauflößen werde es aus Naturschutzgründen nicht mehr geben. Im Leinbachtal bei Kaiserslautern, wo Triftwooge saniert wurden und Schauflößen stattfindet, seien keine Sohlräumungen notwendig. Hinzu komme, dass 2012 im Melkerplätzelweiher nicht genug Wasser vorhanden war, so Eder. Der Damm des Weihers müsste zur Bereitstellung eines entsprechenden Wasservolumens mit erheblichem finanziellen Aufwand saniert werden, um einen für das Holztriften ausreichend starken Wasserschwall erzeugen zu können. |ckkm

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