Rheinpfalz Zur Sache: Mehr Strom als erwartet

Investor Andreas Damm bezeichnet sein Clauser Solarpark-/Schaf-Projekt als „Herzensangelegenheit“. Er habe früher „überhaupt keine Ahnung von Schafzucht gehabt. Das hat sich geändert“, gesteht er. Mit Günter Schäfer habe er einen Mann vor Ort, der auch „ein Rundum-Schönheitsprogramm mit Nägel schneiden, Wurmkur, Fell streicheln und anderes“ für die Schafherde organisiere. Der Bock wird jährlich gewechselt, um Inzucht – „damit es keine dummen Schafe gibt“ – zu vermeiden, berichtet Damm. „Der jetzige Bock braucht eine Ruhephase. Er hat sich in kurzer Zeit total verausgabt. Er kommt zur Reha auf eine Einzelwiese“, sagt Damm und lacht. Die Böcke werden innerhalb der Westpfalz ausgetauscht, „herumgereicht“ in andere Herden. Wegen der 15 Neuankömmlinge „werde ich eine Ausschreibung in der Firma machen, welche Namen sie bekommen“, fügt er lachend an. Damm ist froh, dass es keine Verluste bei den Vierbeinern gab. Das sei auch darauf zurückzuführen, dass die Schäfchen eher spät zur Welt kamen und die Wiesen schon mit saftig grünem Gras bewachsen waren. Dadurch hätten die Muttertiere mehr Futter und auch mehr Milch. Die Naturbelassenheit des Solarparks zeige, für welche anderen Tierarten sie Heimat bieten könne. Damm hat Dachse gesichtet, in der Schlangenburg eine ganze Ringelnatter-Familie angetroffen. „Das war so auch nicht zu erwarten“, freut er sich. Mit der Stromerzeugung im Solarpark ist Damm „rundum zufrieden. Das Ergebnis ist ganz toll. Es läuft wunderbar.“ 2015 habe man gut fünf Prozent über dem errechneten Stromeinspeisungssoll gelegen, mehr als drei Millionen Kilowattstunden einspeisen können. Dieses Ergebnis sei überraschend. Es widerlege alle Skepsis, freut sich Damm. Er kritisiert, dass der Zerfall des ortsbildprägenden, ehemaligen Wachturms einfach hingenommen werde. Er habe Ideen, wie das Gebäude anderweitig zu nutzen wäre, das müsste aber in Gesprächen mit der Gemeinde und dem Land geklärt werden. Clausens Ortsbürgermeister Harald Wadle freut sich, dass alles so toll läuft. Er bedauert, „dass wir diese Erfolgsgeschichte nicht selbst schreiben durften“. Mit Blick auf die Zukunft bemerkt er, dass man in 25 Jahren geschätzte Pachteinnahmen von 1,7 Millionen Euro erhält. „Wenigstens etwas“, sagt Wadle. (mt)