Rheinpfalz Zu günstig für Zuschüsse

Der Trend zum Wassersparen hält an. Das merkt auch der Wasserzweckverband Sickingerhöhe-Wallhalbtal, der die Orte der früheren Verbandsgemeinde Wallhalben sowie Maßweiler, Reifenberg und Höheinöd mit Wasser versorgt. Die verkaufte Wassermenge geht zurück. Dennoch machte der Zweckverband 2016 ein Plus von 28.000 Euro. Dass das Wasserwerk gut dasteht, könnte jedoch ab 2019 zum Problem werden.
Wirtschaftsprüfer Harald Breitenbach erläuterte dem Zweckverband am Dienstag den Jahresabschluss 2016. Der Zweckverband schloss das Betriebsjahr mit einem Gewinn von 28.000 Euro ab. Und das, obwohl die Einnahmen aus dem Wasserverkauf um 12.000 Euro gesunken sind. Dass dennoch ein Plus unterm Strich steht, sei auf zwei Dinge zurückzuführen: Zum einen seien mehr Eigenleistungen aktiviert worden, die in Investitionen flossen. Zum anderen habe man mehr abrechnungsfähige Leistungen gegenüber dem Werk der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben − hier gibt es zum Beispiel beim Personal enge Verzahnungen. Aufgrund der Zahlen erstellt der Prüfer die sogenannte Nachkalkulation, deren Wert wichtig ist, wenn es um Landeszuschüsse für Investitionen geht. Dabei werden sämtliche Kosten eines Jahres umgelegt auf den Kubikmeter Wasser, der verkauft wird. Dieser sogenannte Entgeltsbetrag I liege im Wasserzweckverband bei 2,17 Euro pro Kubikmeter. Der Entgeltsbetrag II ist hingegen die Summe, die zu erreichen wäre, wenn das Wasserwerk den maximal möglichen Gewinn − zum Beispiel durch höhere Gebühren − ausschöpfen würde. Dieser liege bei 2,42 Euro pro Kubikmeter. Das tatsächliche Entgeltsaufkommen im Wasserzweckverband – dazu werden die gesamten Kosten in Relation zu allen Gebühren und Beiträgen der Bürger gesetzt − liegt bei 2,20 Euro pro Kubikmeter. Damit zeigte sich der Wirtschaftsprüfer zufrieden. Insgesamt stehe der Wasserzweckverband gut da. Die 2,20 Euro pro Kubikmeter zeigen laut Breitenbach, dass das Wasserwerk ordentlich wirtschaftet. Doch das könnte ab 2019 Folgen haben: Werkemitarbeiter Steffen Martin informierte die Verbandsversammlung, dass sich die Förderrichtlinien des Landes ändern werden. Dieses Jahr gelte noch eine Übergangsfrist, ab 2019 will das Land dann vor allem schlechter gestellte Werke mit zinslosen Darlehen fördern. Aktuell stehe im Raum, dass nur noch Wasserwerke, die mindestens ein Entgeltaufkommen von 2,30 Euro haben, zinslose Darlehen bekommen. Damit wäre der Wasserzweckverband Sickingerhöhe-Wallhalbtal außen vor. „Auf gut Pfälzisch: Die, die gut wirtschaften, werden bestraft“, sagte Dieter Feick (Weselberg). Dem widersprach Saalstadts Bürgermeister Horst Höh. Das sei so nicht richtig. Es gebe Werke, die deutlich mehr Probleme und Aufwand hätten, ihr Wasser aufzubereiten, weil die Wasserqualität nicht so gut sei, verwies er zum Beispiel auf die Region Rockenhausen. Die Entscheidung des Landes, solche Wasserwerke gezielt zu unterstützen, sei richtig. Verbandsbürgermeister Thomas Peifer merkte an, dass diese Entwicklung für den Wasserzweckverband wenig erfreulich sei. Man sei froh, dass bei großen Projekten wie dem geplanten Ringverbund die Förderung bereits feststehe. Wie berichtet, will der Wasserzweckverband mit den Nachbarverbandsgemeindewerken Waldfischbach-Burgalben und Thaleischweiler-Wallhalben einen Wasserverbund herstellen und baut dafür Leitungen (die RHEINPFALZ berichtete). Am 13. März wird sich der Wasserzweckverband mit den neuen Wirtschaftsplänen befassen. Auf Nachfrage von Schauerbergs Bürgermeister Martin Eichert gab Werkleiter Joachim Becker einen Ausblick auf anstehende Investitionen. 3,4 Millionen Euro sollen ausgegeben werden − unter anderem dort, wo Straßenarbeiten anstehen, bei denen auch die Wasserleitungen erneuert werden, etwa in Maßweiler (Am Hirschbusch) und Reifenberg (Ortsdurchfahrt). Im 1987 in Dienst gestellten Wasserwerk Erlenmühle sind ebenfalls Investitionen notwendig. Von den zwölf Maßnahmen, die für die Ringleitung geplant sind, sind vier bewilligt. Diese Aufträge hatte der Zweckverband Ende 2017 vergeben, die Baustelleneinweisungen seien erfolgt, teilte Becker mit. Der Werkleiter hatte außerdem eine gute Nachricht: Der Wasserverlust im Wasserwerk – die Differenz zwischen gefördertem und verkauftem Wasser, die beispielsweise durch Rohrbrüche entsteht – liege bei 6,5 Prozent. Das sei ein sehr guter Wert.