Rheinpfalz Zitronenbaum und Zapfen-Unterschied
„Die Fichte sticht – die Tanne nicht.“ So können die Kinder bei den Waldjugendspielen den Unterschied zwischen Fichten- und Tannennadeln leicht erkennen. Die 19 Buben und Mädchen der 3b von der Grundschule Annweiler sind am Donnerstag als eine von 19 Klassen mit ihrem Klassenlehrer Rainer Korn in den Wäldern bei Wilgartswiesen unterwegs.
Begleitet wird die Gruppe von Gerhard Schnur, Forstmann aus dem Forstamt Wasgau-Dahn. Er erläutert, stellt Fragen, prüft nach und verteilt Punkte an die Klasse. Denn es geht um einen Wettbewerb, den die Landesforsten Rheinland-Pfalz mit der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald bereits zum 35. Mal mit zahlreichen Schulen veranstalten. Diesmal sind es landesweit etwa 950 Klassen, davon 19 in Wilgartswiesen, zehn dritte und neun siebte Klassen. Sie kommen von den Grundschulen aus Annweiler, Wilgartswiesen, Hinterweidenthal, Münchweiler/Rodalb, Merzalben, Clausen-Donsieders, Ruhbank-Erlenbrunn und den Realschulen aus Hauenstein und Waldfischbach-Burgalben. Auch zwei Klassen aus Woerth im Elsass sind wieder gekommen. Auf einem etwa drei Kilometer langen Parcours beschäftigen sich die Kinder mit Fragen zu Ökologie und Nachhaltigkeit, lernen aber auch Eigenheiten der Fauna und Flora des Waldes kennen. Und die Schüler sind mit Eifer dabei. Mit den landläufig als Tannenzapfen genannten Nadelbaumfrüchten sei das nämlich so eine Sache, wendet sich Georg Binder vom Forstamt Hinterweidenthal an die Gruppe. Bei den auf seinem Tisch ausgebreiteten Rindenstücken, Früchten und Zweigen sei von einer Tanne nichts dabei. Zapfen hätten aber auch die Fichten, sagt er. Lehrer Kron versucht, auf die Sprünge zu helfen: „Den Unterschied wisst ihr doch!“ Richtig, Fichtenzapfen hängen am Zweig, die von den Tannen stehen. Ein Stück weiter im Wald müssen die Erkenntnisse angewendet werden. „Reibt mal die Nadel der Douglasie zwischen den Fingern“, fordert der Lehrer auf. „Riecht wie Zitrone.“ Deshalb werde die Douglasie auch Zitronenbaum genannt, bestätigt der Forstmann. Er weiß auch, wie sich der Nadelbaum mit dem wertvollen Holz erfolgreich gegen den Borkenkäfer schützt. Auf ihrem Rundgang werden die Kinder auf weitere Besonderheiten des Waldes aufmerksam gemacht, etwa auf braun gewordene Buchenblätter. Trockenheit sei nicht schuld, sondern ein Parasit. Der Buchenspringrüssler steche die Blätter an, lege seine Eier hinein, und die Larven befielen die Leitungsbahnen, erklärt Schnur. Die Brennnessel gelte als wichtige Fresspflanze für Schmetterlingsraupen. „Also, nicht ausreißen!“ Zur Abwechslung ist Geschicklichkeit und Teamarbeit willkommen. Möglichst rasch muss in Fünfergruppen, auf Baumscheiben aufgereiht, eine weitere Baumscheibe von hinten nach vorne durchgereicht und zum Weitergehen abgelegt werden. Im Durchforstungsspiel wird demonstriert, wie moderne, nachhaltige Waldwirtschaft abläuft, oder welche Bedeutung dem Wald, außer Holz zu liefern, noch zukommt. Neues über die Waldameise wird vermittelt oder über Merkmale von Rot-, Reh- und Schwarzwild und die Trittsiegel. Insgesamt ging es darum, in den Schülern Verständnis für Natur, Landschaft und Wald zu wecken. Zuvor hatten die Klassen sich in einem Wald-Kunst-Wettbewerb mit dem „Abenteuer Wald“ auseinandergesetzt und sich in Kreativität geübt. ǀ Ergebnisse —Dritte Klassen: 1. Grundschule Annweiler, 3d; 2. Grundschule Schillerschule Münchweiler; 3. Grundschule Annweiler, 3b. —Siebte Klassen: 1. Realschule plus Hauenstein, 7c; 2. Realschule plus Hauenstein, 7a; 3. Realschule plus Hauenstein, 7b. —Waldkunstpreis: Grundschule Annweiler, 3b (Projekt Abenteuer-Zeltlager im Wald), Realschule plus Hauenstein, 7c (Mini-Kletterpark).