Rheinpfalz Ziemlich müde, aber auch sehr zufrieden

Beim Öffnen des Meilers stehen die Helfer in einer Qualm- und Rußwolke.
Beim Öffnen des Meilers stehen die Helfer in einer Qualm- und Rußwolke.

Die Gesichter der beiden Hauptverantwortlichen des Verkehrsvereins strahlten nach zehn Tagen anstrengender Arbeit rund um den Kohlenmeiler. Köhler Christian Knoblauch war höchst zufrieden wegen des problemlosen Glimmens des Kohlenmeilers während der Festtage und der zu erntenden guten Holzkohle, während Vorsitzender Raimar Wilke sich über das trockene und warme Wetter mit vielen gut gelaunten Gästen freute.

Gespannt wartete die Keramikkünstlerin Gabi Ehrminger aus Radolfszell am Bodensee auf das Brennergebnis ihrer Keramiken. Die letzten Gäste der Abschlussveranstaltung am Freitagabend waren kaum gegangen, als gegen 6 Uhr in der Frühe das Öffnen des Meilers begann. Auch Gabi Ehrminger war zu dieser frühen Stunde schon da. Sie und ihr Mann waren in der Nacht vom Bodensee aufgebrochen, um rechtzeitig am Kohlenmeiler in Erfweiler einzutreffen. Das Öffnen des Meilers erfolgt sehr behutsam, denn in seinem Inneren war er noch so heiß, dass sich die Holzkohle entzünden kann, wenn sie genügend Sauerstoff bekommt. Während zwei Mann die Holzkohle Schicht für Schicht vom Meiler rechen, wirft ein Dritter wieder Sand auf den Meiler. Auch die auf die Seite geschobene Kohle kann noch so heiß sein, dass sie anfängt zu brennen. Permanent wird sie beobachtet und dann mit Wasser abgelöscht. Dieses Jahr sind die äußeren Schichten stärker abgekühlt als in den Vorjahren und entzünden sich nicht so leicht, stellt Lothar Keller fest, der seit vielen Jahren beim Öffnen des Meilers dabei ist und nun den vielen neuen jungen Helfern die notwendigen Tricks und Kniffe zeigt. Unter den neuen Helfern am Meiler ist auch ein weibliches Gesicht zu sehen, sowohl beim Aufbau als auch beim Öffnen. Heide Friese aus Köln hatte letztes Jahr noch ihre Keramiken dem Meiler zum Brennen anvertraut, dabei wurde sie vom Köhlerfieber angesteckt. Deshalb ist sie in diesem Jahr wieder dabei, nicht als Künstlerin, sondern als Helferin. Mit ihrem Einsatz steht sie den jungen Männern nicht nach. Deshalb ernannte Wilke sie am Freitagabend zur Ehrenköhlerin und überreichte ihr eine von Christoph Riemeyer gestaltete Urkunde. Die frisch geerntete Holzkohle wird nach dem Auskühlen auf eine Schüttwaage mit einem zehn Kilogramm Gewicht geschaufelt und in Papiersäcke umgefüllt. Es kommt dabei immer wieder vor, dass ein Sack zu brennen anfängt, wenn die Kohle doch noch zu heiß ist. Der Wasserschlauch ist deshalb immer griffbereit. Bis der erste der vier im Meiler verstauten Körbe mit den Keramiken geborgen werden kann, vergehen fast drei Stunden. Die Körbe sind in diesem Jahr besonders tief in den Kohlenmeiler eingebaut worden. Die Körbe werden sofort mit Alufolie und mit Jutesäcken abgedeckt, damit die Keramiken nicht zu schnell abkühlen, sie könnten sonst Risse bekommen. Erst nach weiteren 20 Minuten öffnet Gabi Ehrminger die Körbe und entnimmt die Keramiken. Bis ins kleinste Detail prüf sie das Brennergebnis. Das Farbenspiel begeistert sie ebenso wie die ebenfalls anwesende Keramikerin Eva Schmenger aus Langmühle. Diese hatte im letzten Jahr Keramiken im Meiler gebrannt. Bevor die Keramiken ausgestellt werden können, müssen sie noch vom Ruß befreit werden. Zu sehen waren Schmengers Arbeiten über die Pfingsten im Künstlerhaus in Langmühle. Neben dem großen Meiler mit 32 Ster Buchenstammholz hatten die Erfweilerer Köhler einen kleinen Meiler mit Holz aus Rebstöcken errichtet. Das Rebenholz kam vom Weingut Leonhard aus Pleisweiler-Oberhofen, dem Weinlieferanten der Köhlerwoche. Diese Rebenholzkohle war bereits nach drei Tagen gebrauchsfertig gebrannt. 100 Kilogramm Holzkohle erbrachten die Reben, die jedoch nicht in den Verkauf kommen. Ihre Premiere hatte diese Kohle bereits am Sonntag beim Grillen der Köhlerknorze. Nur zehn Kilogramm der Rebenholzkohle benötigte die Metzgerei Hanß aus Hauenstein an diesem Sonntag statt der früher üblichen 30 Kilogramm aus Buchenholz. Als Walter Stadelmann kommt, kann der Verkauf der Holzkohle beginnen. „Jedoch nicht vor 11 Uhr“, so Christian Knoblauch, „sonst stehen die ersten Käufer bereits um 8 Uhr an.“ Stadelmann hat wie immer sein Buchungsbuch, einen alten Terminkalender von 1981, dabei. Darin hat er alle Verkäufe der letzten 35 Jahre verzeichnet. Knoblauch erwartet als Ergebnis wie im Vorjahr 50 Zentner Holzkohle. Und was überlegen sich die Köhler für das kommende Jahr? Bauen sie einen noch größeren Meiler?

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