Hauenstein RHEINPFALZ Plus Artikel Zeltlager der Jugendfeuerwehr: Regen stellt Zelte und Teams auf die Probe

Die „Armaturen-Challenge“, eine von zwölf Stationen bei der Dorfrallye am Samstag (von links): Die Jugendfeuerwehr Contwig mit L
Die »Armaturen-Challenge«, eine von zwölf Stationen bei der Dorfrallye am Samstag (von links): Die Jugendfeuerwehr Contwig mit Liam Enkler, Rosalie Pees, Josie Schlachter, Finn Leis und Stationsleiter Lucas Kehrwald von der Wehr Münchweiler.

Sintflutartiger Regen, Dorfrallye und Überraschungsgäste prägen das Zeltlager in Hauenstein. Darum hat das Treffen des Feuerwehrnachwuchses funktioniert.

„Wasser marsch!“ Jenes Kommando beim Löschen eines Brandes erhält beim Aufbau der Zelte auf dem Jugendzeltplatz Hauenstein plötzlich eine ganz andere Bedeutung. Der Nachwuchs aus den 49 Jugendfeuerwehren des Landkreises kämpft gegen das Wetter. Sintflutartiger Regen setzt ein. Durch einige Zelte tröpfelt Wasser. Improvisation ist angesagt. Es sollte nicht das einzige Mal sein. „Wir kriegen sie dicht“, ist Lucas Kehrwald von der Feuerwehr Münchweiler sicher. Er legt kräftig Hand an.

Mark Night von der Merzalber Wehr hat sich einiges einfallen lassen, damit die fast 40 Kinder aus Merzalben und Münchweiler quasi im Trockenen schlafen können. Insgesamt sammeln 151 Kinder aus allen Verbandsgemeinden des Landkreises von Donnerstag bis Sonntag praktische Erfahrung, gepaart mit Zeltlager-Atmosphäre und Lagerfeuer-Romantik.

Auch Gäste aus Polen sind dabei

Nach dem Motto: „Ohne Mampf, kein Kampf“ gehört der Rieschweilerer Harald Borne mit anderen Kameraden der Wehr zu den Verpflegern. Von Suppe bis zum Burger reicht der Speiseplan. Bei der Finanzierung hilft die Sparkasse Südwestpfalz, VR-Bank und die Kinder- und Jugendstiftung Rainer Jochum.

Auf unnötigen Luxus wird beim Schlafen im Zeltlager auf dem Jugendzeltplatz Hauenstein verzichtet.
Auf unnötigen Luxus wird beim Schlafen im Zeltlager auf dem Jugendzeltplatz Hauenstein verzichtet.
Der Spaß kommt beim Jugendzeltlager des Feuerwehr-Nachwuchses nicht zu kurz (von links): Samuel Kuchenbrod mit Niklas König auf
Der Spaß kommt beim Jugendzeltlager des Feuerwehr-Nachwuchses nicht zu kurz (von links): Samuel Kuchenbrod mit Niklas König auf dem Rücken, Liam Bös, Lara-Lee Bettig mit Selina-Marie Weih sowie Lucie Reinhard, alle von der Jugendfeuerwehr Münchweiler.
Der Austausch zwischen der polnischen Delegation und Vertretern des Landkreises Südwestpfalz wird seit Jahren gepflegt und inten
Der Austausch zwischen der polnischen Delegation und Vertretern des Landkreises Südwestpfalz wird seit Jahren gepflegt und intensiviert (von links): Dolmetscherin Jolanta Mieso, Berufsfeuerwehrmann Pawel Ceremuga, Landrätin Susanne Ganster, Landrat Jozef Barlos und CDU-Landtagsabgeordneter Christof Reichert.
Harald Borne von der Rieschweilerer Wehr sorgt mit seinem Team dafür, dass die Teilnehmer nicht hungern müssen.
Harald Borne von der Rieschweilerer Wehr sorgt mit seinem Team dafür, dass die Teilnehmer nicht hungern müssen.

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Das neunte Zeltlager im 50. Jahr des Bestehens birgt einige Besonderheiten: Dazu gehören unerwartete Gäste: Carmen Schefsky, sie ist die Kreisjugend-Feuerwehrwartin und verantwortlich für die mehr als 500 Angehörigen der Jugendfeuerwehren im Landkreis, hat spontan eine zufällig ebenfalls auf dem Jugendzeltplatz weilende Jugendfeuerwehr-Truppe aus Ketsch in Baden-Württemberg in das Programm integriert.

Es sind aber auch polnische Gäste dabei. Am Samstagmorgen begrüßt Landrätin Susanne Ganster (CDU) mit der gesamten Kreisspitze und CDU-Landtagsabgeordneten Chrisof Reichert eine Abordnung aus dem Landkreis Suski. Seit 2009 besteht eine Partnerschaft der beiden Landkreise, seinerzeit gegründet vom Vorgänger Gansters, Hans Jörg Duppré, mit seinem polnischen Amtskollegen Jozef Barlos, der auch heute das Geschehen beobachtet.

Weniger Zeltlager, dafür mehr Wettkämpfe bei den Gastgebern

„Es sind verschiedene Gruppen auf dem Zeltplatz, aber die Wichtigste ist die Jugendfeuerwehr unseres Landkreises“, freut sich Ganster über den regen Austausch zwischen den Vertretern beider Länder. Der polnische Berufsfeuerwehrmann Pawel Ceremuga informiert in deutscher Sprache, dass auch in Polen die Jugendfeuerwehr große Bedeutung genießt. Einen Unterschied zum deutschen Heranführen des Nachwuchses macht er aus: „Wir bestreiten weniger Zeltlager, dafür mehr Wettkämpfe, in diesem Jahr haben wir schon drei organisiert“, merkt er an. Der stellvertretende Kreisfeuerwehrinspekteur Christoph Kästner lobt den Austausch. „Es gibt viele Fachfragen von beiden Seiten. Wir können viel voneinander lernen.“

Improvisation ist beim Versorgerteam am Samstagmorgen gefragt. Die Brötchen fürs Frühstück, angekündigt für 7 Uhr, sollen erst um 8 Uhr geliefert werden. „Zu spät, da beginnen wir schon mit den Übungen“, stellt Schefsky um 6 Uhr morgens fest. Erneut ist Spontanität und Improvisation gefragt, damit keiner hungrig in den Tag starten muss. In nahegelegenen Bäckereien wird eingekauft, um die Zeit zu überbrücken, bis die ersehnten Brötchen eintreffen.

Am Samstag steht für die 29 Teams eine „Dorfrallye“ an. Über Hauenstein verteilt müssen einzelne Gruppen knifflige Aufgaben bewältigen. Der Unterhaltwert kommt dabei nicht zu kurz, aber auch der Wettkampfcharakter spielt eine Rolle. Die Stoppuhr läuft mit. Bei der „Armaturen-Challenge“, eine von zwölf Stationen, geht es darum, dass Verbindungen richtig zusammengesteckt werden. „Waren wir gut?“, fragt Rosalie Pees von der Jugendfeuerwehr Contwig. „3:40 Minuten“, gibt Stationsleiter Kehrwald Auskunft und merkt trocken an: „Mittelfeld.“

Zufall oder nicht, rechtzeitig im 50. Jahr des Bestehens der Jugendfeuerwehr im Landkreis wird demnächst mit der Gründung der Jugendfeuerwehr Maßweiler die 50. Nachwuchs-Einheit hinzukommen.

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