Rheinpfalz Wunschzettel zum Thema Wohnen

Mannheim. Schon seit geraumer Zeit entstehen in Mannheim nur wenige neue Wohnungen – vor allem weil die Flächen dafür fehlten. Durch den Abzug der Amerikaner ändert sich diese Situation allerdings grundlegend. 510 Hektar lange militärisch genutzter Areale bieten einen völlig neuen Handlungsspielraum. Das wohnungspolitische Programm „Wohn.Raum.Stadt II“ hat den aktuellen Stand erfasst und Ziele für die kommenden Jahre formuliert. Die Verwaltung versucht, allen politischen Wünschen gerecht zu werden.
Zu diesen Wünschen zählt es, hochwertigen Wohnraum zu schaffen und neue Flächen zum Bau von Einfamilienhäusern ausweisen beziehungsweise sogenannten „bezahlbaren Wohnraum“ für nicht so gut situierte Menschen zu entwickeln. Mit Blick auf hochwertigen Wohnraum und Bauland für Einfamilienhäuser hat Mannheim erheblichen Nachholbedarf. Zu diesem Ergebnis kamen schon ältere Studien. Besonders Fach- und Führungskräfte in Mannheimer Unternehmen und Menschen aus der gut verdienenden Mittelschicht zieht es bei der Suche nach neuem hochwertigem Wohnraum nicht zuletzt mangels entsprechender Angebote in Mannheim oft ins Umland – in den Rhein-Neckar-Kreis oder die Vorderpfalz. Diesem Trend will die Stadt durch Neubauflächen, etwa im Benjamin-Franklin-Village, den Turley Barracks oder dem Spinelli- und Hammonds-Gelände in Seckenheim begegnen. Schwerpunkt des Wohnungsbaus wird das Benjamin-Franklin-Village sein, wo bei teilweisem Erhalt der Gebäude insgesamt bis zu 3000 Wohneinheiten entstehen sollen. Die Situation am Mietwohnungsmarkt in Mannheim sei relativ ausgeglichen und nicht mit der Wohnungsnot in anderen deutschen Großstädten vergleichbar, sagt Bürgermeister Lothar Quast (SPD) und begründet so den Schwerpunkt auf hochwertiges Wohnen und Eigenheime. Gleichwohl ist im vorgestellten Rahmenprogramm für alle politischen Parteien etwas dabei. Das wurde in einer Ausschusssitzung des Mannheimer Gemeinderats deutlich. So soll auch die Versorgung weniger begüterter Schichten mit Wohnraum gesichert werden – ein Ziel, das sich besonders SPD, Grüne und Linke auf die Fahnen geschrieben haben. Die CDU sieht ihren Schwerpunkt dagegen in der Anhebung der im Städtevergleich geringen Eigentumsquote von 24 Prozent, wie Stadtrat Konrad Schlichter betonte. Im Umweltausschuss stieß das neue Rahmenprogramm zum Thema Wohnen nach einer ausführlichen Diskussion auf breite Zustimmung. Das dürfte anders werden, wenn demnächst jede Einzelmaßnahme zur Wohnungspolitik gesondert zur Entscheidung kommt.