Rheinpfalz „Wunderbares Entrée für Trifelsstadt“
„In Gedanken bin ich voll beim Rheinland-Pfalz-Tag“, gab Stadtbürgermeister Thomas Wollenweber am Dienstag bei der Einweihung des umgebauten Bahnhofs zu. Aber dieser sei ja auch integraler Bestandteil des Landesfestes. Denn viele der 120.000 erwarteten Besucher werden per Bahn anreisen. Die Deutsche Bahn hatte die Modernisierungsarbeiten schon seit vielen Jahren angekündigt, aber immer wieder verschoben. Der Rheinland-Pfalz-Tag habe sicherlich zur Beschleunigung beigetragen, meinte der Germersheimer Landrat Fritz Brechtel, der in seiner Funktion als Vorsteher des Zweckverbands Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Süd (ZSPNV) sprach. „Aber die Stadt wird dadurch einen dauerhaften Mehrwert haben.“ Die Bahn hat die beiden Bahnsteige auf 55 Zentimeter über Schienenoberkante erhöht, sodass sie barrierefrei zugänglich sind. Zudem wurde der Gehweg beim Empfangsgebäude barrierefrei angelegt. Ein tastbares Leitsystem für Sehbehinderte wurde eingebaut. Die Beleuchtung ist auf LED umgestellt. Und neue Sitzbänke sorgen für Komfort. Von kommunaler Seite wurde ein Zugang vom Bahnsteig zum Park-&-Ride-Platz und zum Bike-&-Ride-Platz angelegt, die nach dem Rheinland-Pfalz-Tag gebaut werden sollen, wie Landrat Dietmar Seefeldt sagte. Mit der Modernisierung des Bahnhofs Annweiler sei die Ertüchtigung der Queichtalstrecke abgeschlossen. Seefeldt kündigte an, dass weitere Bahnhaltepunkte im Kreis SÜW barrierefrei ausgebaut werden sollen wie Rohrbach, Insheim und Edesheim. „Es freut uns, dass es flutscht“, meinte Andy Becht für das rheinland-pfälzische Verkehrsministerium, der nach Einschätzung Wollenwebers „coolste Staatssekretär in Mainz“. Mit Jackett, Weste, grüner Krawatte, geblümtem Einstecktuch, Jeans und Sneakern war er bei brütender Hitze vorbeigekommen und hatte so manchen Spruch rausgehauen. Aber zurück zu den Zahlen: 418 Bahnhöfe gebe es in Rheinland-Pfalz, 271 davon seien schon so „auf Zack“ gebracht wie nun Annweiler, für 70 bis 100 weitere sei man in Verhandlungen. Bald sollen alle modern umgestaltet sein. Beim Spatenstich habe er noch seine Zweifel gehabt, ob der Bahnhof wirklich pünktlich fertig werden würde, gab Wollenweber zu. „Jetzt bin ich begeistert, dass es gelungen ist, dieses Großprojekt pünktlich zu verwirklichen.“ Der Bahnhof sei ein „wunderbares Entrée für die Trifelsstadt“. „Ja, die Bahn ist pünktlich“, kommentierte Stefan Schwinn schelmisch die Anspielungen. Der Leiter des Regionalbereichs Mitte der DB Station & Service AG berichtete, dass 3,28 Millionen Euro in dem Projekt stecken, das Teil der Rahmenvereinbarung Rheinland-Pfalz zur landesweiten Vernetzung des öffentlichen Personennahverkehrs ist. „Solche Feste wie der Rheinland-Pfalz-Tag bringen für uns immer einen Schub“, sagte Schwinn, der hofft, dass die Menschen danach häufiger die Bahn im Alltag nutzen. Zum Landesfest werden zahlreiche Sonderzüge fahren, sodass die Rückreise bis spät in die Nacht möglich ist.