Rheinpfalz Wirtschaftsförderer vor Ort verlangt

Handwerker müssen Leidenschaft mitbringen, sagt Goldschmiedin Gepa Schönenberger. Damit das Handwerk eine Zukunft hat, sich Nach
Handwerker müssen Leidenschaft mitbringen, sagt Goldschmiedin Gepa Schönenberger. Damit das Handwerk eine Zukunft hat, sich Nachwuchs dafür begeistert, müsse die Wertschätzung für das Handwerk wieder steigen. Da könne die Politik helfen.

Ein Wirtschaftsförderer, ein Ansprechpartner, der sich umfassend mit den Belangen der Gewerbetreibenden in der Verbandsgemeinde (VG) Waldfischbach-Burgalben beschäftigt, sich regelmäßig mit ihnen austauscht, ist aus Sicht des Wirtschaftsförderkreises (WFK) der VG unabdingbar, wenn es auch in Zukunft attraktive Arbeitsplätze geben soll.

Das machten die WFK-Vorsitzenden Gepa Schönenberger und Matthias Hauck im Gespräch mit dem CDU-Landtagsabgeordneten Christof Reichert und Vertretern des CDU-Gemeindeverbandes deutlich. Es sei nicht Pflicht einer VG, einen Wirtschaftsförderer zu haben, beantwortete Reichert eine Frage Haucks. Aber aus seiner Sicht – Reichert war früher für die Wirtschaftsförderung in Hauenstein zuständig – sei es sinnvoll, wenn sich vor Ort jemand speziell um die Belange der Wirtschaft kümmert. Auf Kreisebene gebe es mit der Wirtschaftsförderung Ansprechpartner. „Aber die braucht es auch vor Ort“, sagte Hauck. Ein regelmäßiger Austausch zwischen Gewerbe, Politik und Verwaltung sei nötig, fordert der WFK. Sonst gebe es Entwicklungen wie im Burgalber Gewerbegebiet Schorbach, wo Gewerbeflächen zunehmend als Lagerflächen genutzt werden und Arbeitsplätze verschwinden. Das habe Folgen, auch für die übrigen Gewerbetreibenden, sagte Hauck und griff ein Beispiel für sein Autohaus (Opel und Citroën) auf. Früher hätten seine Mitarbeiter Autos von Beschäftigten im Gewerbegebiet morgens abgeholt, damit sie gewartet und repariert werden. Abends standen die Autos wieder abfahrtbereit auf dem Hof des Gewerbebetriebs. „Eine Win-win-Situation für alle“, unterstrich Hauck. Aber im Gewerbegebiet seien in den vergangenen Jahren über 200 Arbeitsplätze verlorengegangen. „Das sind Entwicklungen, denen man frühzeitig entgegentreten müsste“, fordert Hauck. Ein Wirtschaftsförderer rechne sich nie, wenn man die direkten Kosten betrachte, aber mittel- und langfristig zahle er sich immer aus, weil es um Steuereinnahmen und die Attraktivität eines Wohnorts gehe, weil dem ein oder anderen durch wohnortnahe Arbeitsplätze lange Pendelstrecken erspart bleiben, sagte Reichert. Gerade angesichts der wirtschaftlichen Bedeutung, die die VG Waldfischbach-Burgalben im Kreis Südwestpfalz habe, unterstütze er die Forderung des WFK. Er bot an, mit Verantwortlichen vor Ort zu sprechen. Eng verknüpft sieht Hauck die Wirtschaftsförderung und den Tourismus. „Da gehört vieles zusammen“, sagte er. Auch beim Tourismus sehe er Nachholbedarf. Positiv sei aus touristischer und wirtschaftlicher Sicht die Entscheidung in Sachen Golfplatz. „Ich glaube, es ist vielen nicht bewusst, wie viele Leute durch den Golfclub tatsächlich in den Ort kamen und was an Aufträgen für die Wirtschaft in der Region damit verbunden ist“, steht für Hauck fest. Ein großes Problem seien die fehlenden verkaufsoffenen Sonntage. Laut Gesetz dürfen Läden sonntags nur noch in Verbindung mit einem Event öffnen, wobei das Event dabei im Vordergrund stehen müsse. Das gebe es in Waldfischbach-Burgalben nicht, sagte Hauck. Vorstöße, am Sonntag des Bruchwiesenfests die Geschäfte zu öffnen, seien bereits im Vorfeld abgeblockt worden. Es sei nicht so, dass den Gewerbetreibenden des WFK, die sich zwei verkaufsoffene Sonntage wünschen, diese versagt würden. „Aber wir müssten das dazugehörige Event selbst stemmen. Das ist bei der Arbeitsbelastung, die jeder von uns hat, nicht drin“, verdeutlichte Hauck, dass keines der 90 Mitglieder diese Kapazitäten habe – und aus seiner Sicht auch nicht haben müsse, denn in den Verbandsgemeinden Dahner Felsenland (Martini-Markt) und Hauenstein (Keschdemarkt) zeige sich ja, dass die Politik vor Ort das wolle, indem Feste organisiert und damit die lokale Wirtschaft unterstütze würden. Es brauche Unterstützung und Initiative vonseiten der Politik. Hauck und Schönenberger kündigten an, dass der WFK noch mal intensiv das Gespräch mit Verbands- und Ortsgemeinde suchen werde. Was sonst passieren kann, wenn sich nichts verbessert, hatten die Mitglieder 2017 demonstriert, als sie mehrere Tage ihre Schaufenster verhängt hatten.

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