Rheinpfalz Wird Grünbühl zum Logistikpark?

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Das Areal mit den Panzerhallen auf dem Grünbühl taugt zum Aufbau eines Logistikparks. So gefüllt mit Inhalten kam bislang die mögliche Umnutzung der früheren Militärliegenschaft noch nie zur Sprache. Am Donnerstag stellte der Pirmasenser Oberbürgermeister Bernhard Matheis im Rodalber Stadtrat den aktuellen Stand der Weiterentwicklung auf der Husterhöhe vor. 65 Hektar liegen auf Rodalber Gemarkung.

Die Städte Pirmasens und Rodalben hätten sich für ein Bundesprogramm beworben, dessen „Charme“ darin bestehe, dass bis zu 90 Prozent der weiteren Planungsleistungen bezuschusst würden, erläuterte Matheis. Voraussetzungen für den Erfolg seien Ideen, die von üblichen Standardbewerbungen abwichen. Matheis rechnete dem Antrag Chancen aus wegen des interkommunalen Charakters des Projekts, seiner „Energie-Effizienz“ und seinen neuen Finanzierungsmodellen. „Mit dem Konzept, das gleich mehrere Kriterien einbezieht, liegen wir gut im Rennen“, schätzte der OB. Es gebe „noch kein Signal“, aber noch im Juli werde die Bewertungskommission ihre Entscheidung treffen. Pirmasens verfüge mittlerweile über Erfahrungen mit der Erschließung großer gewerblicher Flächen, wie die Gebiete Husterhöhe Nord und Bunker Hill zeigten. Hier sei das Ende der Kapazitäten absehbar. Deshalb bestehe „Bedarf an Nachschub“. Nun solle das Know-how auf das interkommunale Projekt angewendet und „nichts dem Zufall überlassen“ werden. Grundsätzlich seien Funktionen nach einem Masterplan festzulegen. Es könne nicht angehen, Investoren irgendeinen Platz auf dem Gelände zuzuweisen. Die Entwicklung der Husterhöhe Nord sei abgeschlossen. Für den „Campus-Bereich“ um den Sportplatz biete sich die Nutzung „Verwaltung, Dienstleistungen, Technologien“ an. Die Zone mit den Panzerhallen (auf Rodalber Gemarkung) eigne sich in klassischer Weise für Logistikunternehmen. Der Idee zugrunde liege das Outsourcen von Internethandel. Die am Stadteingang ansässige Firma Convar betreibe schon jetzt für andere den Internethandel. Das Unternehmen brauche Lagerkapazitäten, um bestellte Waren versenden zu können. Mit dem Aufbau des Logistikparks, der sich ideal zum Industriepark in das Konzept einfüge, gehe die Schaffung von Arbeitsplätzen einher. Zugleich gelte es, ein „Flächenrecycling“ zu betreiben. Durch Umsiedlung frei werdende Flächen müssten in einem Kataster erfasst werden und anderen Betrieben zur Verfügung stehen. Als weiteres Kriterium nannte Matheis die Vernetzung der Gebäude. Ziel sei es, das Gebiet „Energie autark“, also selbstversorgend herzustellen. Der OB brachte „die brandneue Nachricht“ mit, dass die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben signalisiert habe, dass Interesse bestehe, eine Fotovoltaikanlage auf der ehemaligen Deponie auszuschreiben. Die Ausschreibung solle gewährleisten, dass der günstigste Stromproduzent den Zuschlag erhalte. Eine Fotovoltaikanlage, Teil des Konzepts, wäre für den Anspruch eines energieautarken Gewerbegebiets „ein großer Baustein“. Schließlich befasste sich Matheis auch mit der Form der Finanzierung. Dabei ging er von der Bildung eines Zweckverbands aus (Stadt Pirmasens, Stadt Rodalben und andere), der strategisch die Weichen stellt. Unter ihm anzusiedeln sei eine Vermarktungs GmbH zur Entwicklung eines Teils des Gewerbegebiets – Matheis sprach von einer „Public Private Partnership“, also einer öffentlich-privaten Partnerschaft – unter Wahrung der politischen Steuerungsfähigkeit. Pirmasens sei offen für „andere, die in der Gebietskörperschaft mitmachen wollen“. Der Verbandsgemeinde bot er an mit einzusteigen, bezeichnete aber „die Stadt Rodalben im Moment“ als „Hauptpartner“. OB Matheis mochte sich aber in diesem Zusammenhang die Anmerkung nicht verkneifen, dass ihm „Zwischentöne zu diesem Thema in den letzten Wochen nicht gefallen haben“. Damit spielte er wohl hauptsächlich auf ein Schreiben von Verbandsbürgermeister Werner Becker, mitunterzeichnet von den Beigeordneten, vom 9. März an die Mitglieder des Stadtrates an. Darin bekundete die VG ihre Gesprächsbereitschaft. VG-Bürgermeister und Beigeordnete geben zu bedenken, dass die Beteiligung an dem Bundesprojekt „NSP 2016“ auch zwischen Stadt und VG interkommunal erfolgen könne. Für die Erschließung seien ohnehin in erster Linie die VG-Werke und die Pfalzwerke zuständig. Vor allem aber heißt es in dem Schreiben: „Wir sind sicher, dass eine eigenständige Vermarktung, bei der sich um das Konversionsgebiet ausschließlich und intensiv gekümmert werden kann, eher zum Erfolg führt als eine Vermarktung mit einem wesentlich größeren Partner, der eher die ureigenen Interessen verfolgt“. Der Rodalber Stadtchef Wilhelm Matheis erklärte in der Sitzung, er sehe sich „bestärkt in der Absicht, den Weg der Konversion mit den beiden Städten allein“ zu gehen. Diesen Schritt habe der Stadtrat auch beschlossen. Beigeordnete Ulrike Kahl-Jordan vermisste den VG-Bürgermeister in der Ratssitzung. Für die SPD wünschte Torsten Striehl, Misstöne in einem Gespräch auszuräumen. Das Projekt sei „zu wichtig für Empfindlichkeiten“, sagte Striehl. |ns

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