Rheinpfalz Wirbel um Kreditvergabe an Politiker-Tochter

SPEYER (pse). Eine fehlerhafte Kreditvergabe an ein Familienmitglied des Landtagsmitglieds Axel Wilke (CDU) sorgt derzeit für Probleme bei der Sparkasse Vorderpfalz. Gestern Abend hat sie nichtöffentlich auch den Stadtrat Speyer beschäftigt.
Es geht nach RHEINPFALZ-Informationen um ein 100.000-Euro-Darlehen aus dem Jahr 2013. Weil die Empfängerin, Wilkes Tochter, zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses noch minderjährig war, hätte eine Genehmigung des Vormundschaftsgerichts eingeholt werden müssen, was allerdings unterblieben war. Auch die Kreditkonditionen sind einem Sparkassen-internen Gutachten zufolge umstritten. Wilke war damals stellvertretendes Verwaltungsratsmitglied der Sparkasse, sodass es um einen sogenannten Organkredit ging, für den besondere Hürden gelten. Der Politiker, Notar und rechtspolitischer Sprecher seiner Landtagsfraktion, betont, er habe sich nichts vorzuwerfen. Der Kredit habe marktübliche Konditionen, und er werde rechtzeitig und in voller Höhe zurückbezahlt. Bankinterne Fehler habe er nicht zu verantworten. Die Sparkasse kündigt eine Aufarbeitung und „bankübliche Maßnahmen“ an. Zu Details des Falles gibt sie mit Hinweis auf das Bankgeheimnis keine Auskunft. Wilke bietet jedoch an, sie in seinem Fall davon zu befreien. Sein Anliegen sei, „für größtmögliche Aufklärung zu sorgen“. Eine Reaktion auf das Angebot gibt es von der Sparkasse noch nicht. Gestern berichtete sie aber über eine Anzeige gegen unbekannt, weil interne Unterlagen öffentlich geworden sind.