Rheinpfalz „Wir Oldtimerfreunde“
MANNHEIM. Für Oldtimerfreunde auf zwei und vier Rädern in ganz Europa ist der Name Mannheim gleichbedeutend mit der Veterama. In diesem Jahr hat der nach Angaben des Veranstalters „größte Markt für Gebrauchtteile“, seinen 40. Geburtstag gefeiert. Das hat sich auch an den Besucherzahlen bemerkbar gemacht. „Wir hatten etwa 15 Prozent Besucher mehr als im Vorjahr“, freute sich Veranstalter Winfried Seidel über den Bonus im Jahr des runden Geburtstags.
Es sind nicht nur Oldtimerfreunde, die den Weg zum Maimarktgelände nehmen, das seit Jahren Gastgeber für die rund 4000 Aussteller ist. Das sind so viele, dass sich Erstbesucher von der schieren Masse beinahe überfordert fühlen. „Wir sind hereingekommen und müssen uns jetzt erst einmal einen Plan überlegen, wie wir laufen, damit wir zumindest den größten Teil davon sehen“, war Besucher Marcel Wolters aus Heidelberg fast sprachlos. Er hatte zunächst einmal Halt am Getränkestand gegenüber dem Haupteingang gesucht. „Angefangen haben wir ganz klein in einer Holzbaracke bei Opel Kannenberg“, erinnert sich Veranstalter Winfried Seidel an den bescheidenen Start. „Veteranen Fahrzeug Fugger“ nannte sich damals der Markt, der zwei Jahre später zur „Veterama“, der Abkürzung für Veteranen-Teile-Markt-Mannheim wurde. Die Umbennung wurde auch deswegen vorgenommen, weil das Grafenhaus der Fugger sich durch die flapsige Verwendung ihres ehrwürdigen Familiennamens verunglimpft sah. „Für uns stand der Name einfach nur als Symbol für Handeln und Tauschen.“ Heute füllt die Veterama das gesamte Maimarktgelände aus. Sie lockt Händler und auch Kunden aus ganz Europa an. Wachstum ist kaum noch möglich. „Das Gelände ist wieder randvoll“, freute sich Seidel im 40. Jahr des Bestehens. Als besonderes Geschenk an die Oldtimer-Freunde gab es an diesem Wochenende nicht nur eine Party für die Aussteller, sondern auch eine DVD mit herausragenden Veterama-Momenten. Und erstmals gab es sogar Fahrzeuge in Aktion in der historischen Holz-Steilwand aus dem Jahr 1940 mit Henny Koezen und den historischen Indian-Motorrädern aus den 20er Jahren. „Für mich war das ein erfolgreicher Markt. Ich habe einige Teile für meine Rennmaschinen gefunden“, freute sich der Niederländer und erkennt viele Gemeinsamkeiten, die die Messebesucher untereinander haben: „Wir Oldtimerfreunde sind eben alle mit der gleichen Soße übergossen.“ Nicht nur an seiner Steilwand lag am Wochenende ein Hauch von Benzin in der Luft. „Es muss schon ein bisschen Krach machen, sonst macht es keinen Spaß“, kommentierte Hartmut Scholz aus Borgentreich aus Ostwestfalen. Er kommt schon seit 20 Jahren immer wieder zur Veterama nach Mannheim, sucht hier nach Ersatzteilen für seine verschiedenen Motorräder und trifft vor allem aber immer wieder Freunde und Bekannte. Schließlich wurde nicht nur die Messe selbst älter. „Autos, die vor 40 Jahren als neueste Modelle in den Schaufenstern der Hersteller standen, sind mittlerweile ebenfalls Oldtimer“, sagte Veranstalter Winfried Seidel. Es sei eine Zeit gewesen, als Oldtimerfreunde regelmäßig Autofriedhöfe auf der Suche nach Ersatzteilen abgeklappert hätten oder sich auf einen gut vernetzten Bekanntenkreis berufen mussten, der ebenfalls gut informiert und vernetzt gewesen sei. „Ohne die Veterama wären viele historische Fahrzeuge längst nicht mehr fahrtüchtig“, ist der Erfinder und Veranstalter des Teilemarktes sicher und erfährt dabei Zuspruch von den Besuchern. „Sicher: Meine BMW ist kein Oldtimer – noch nicht“, sagte Motorradfahrer Kurt Przetak aus Karlsruhe, der sein „modernes“ Fahrzeug vor dem Gelände stehen gelassen und sich mit leuchtenden Augen auf Entdeckungsreise begeben hat. „Mich faszinieren alte Autos, weil man daran wirklich noch selbst basteln und schrauben kann“, verriet er lächelnd. „Aber zum Fahren ist so ein aktuelles Motorrad schon komfortabler.“