Rheinpfalz Wettkampf der Gastronomen
Auf der Terrasse des Restaurants „Die Bühne – Backstage“ in Ramstein-Miesenbach haben vier Gastronomen aus der Umgebung Platz genommen. Sie dürfen bewerten, was Restaurantleiter Martin Umla und sein „Bühne“-Team auftischen. Mit dabei: ein Kamerateam, das im Auftrag des TV-Senders Kabel Eins für den Wettbewerb „Mein Lokal – Dein Lokal“ filmt.
Umla spielt eine Hauptrolle. Das hat er seiner „Chefin“ Burgel Stein zu verdanken. Die stellvertretende Geschäftsführerin des Congress Centrums Ramstein (CCR), dem die Gastronomie als Anstalt des öffentlichen Rechts angegliedert ist, hat sich im Juni ohne sein Wissen beworben. Es folgte ein Vorabcasting mit TV-Koch Mike Süsser, bei dem sich das Restaurant vorstellte – es wurde prompt in die Fünfer-Auswahl aufgenommen. Noch sitzt Umla auf der Terrasse, während drinnen alles für den Dreh vom Zubereiten eines Drei-Gang-Menüs gerichtet wird. „Ein bisschen“, beschreibt er den Grad seiner Aufregung. Was er seinen Kollegen der anderen Restaurants auftischen wird, ist noch sein Geheimnis. Zum Konzept der Reihe gehört es, dass fünf Restaurants in Wettstreit treten, bei dem vier Köche das Ergebnis des fünften vor laufender Kamera bewerten. Bei Holger Fleck vom „Blauen Haus“ in Otterberg war die Produktionsfirma schon zuvor. „Aufregend, schön, angespannt“, erzählt er über den Tag, an dem er sich zuerst einiges an Kritik anhören musste. „Ich bin weiß geworden und habe das bis heute nicht verkraftet“, meint er lachend, denn die Kritik erwies sich als Spaß. „Wenn alles toll war, denken sich die Kollegen manchmal so was aus“, plaudert Fernsehteam-„Realisator“ Martin Magnani aus dem Nähkästchen. Noch ist Dennis Baum von der „Alten Backsteinfabrik“ in Rodenbach entspannt. „Im Moment geht es noch“, meint er. Zu ihm kam das Fernsehteam erst später. „Mein Menü steht“, sagt er. Neben den beiden Männern sind die Chefinnen vom Restaurant „Zum Wasserhaus“ in Hermersberg, Sabine Emanuel, und von „Theos Risto“, Sabine Hoffmann, geladen. Sie schauen gerade mit Umla Manuela Heim vom „Bühnen“-Team auf die Finger, die vor der Kameralinse einen hauchdünnen Teigfladen in der Pfanne für die Vorspeise brät. Bis in den Abend hinein werden noch Hauptgang und Dessert zubereitet und immer wieder von den Mitbewerbern bewertet. „Es ist schon eine Konkurrenzsituation. Jeder Gastronom gibt sein Bestes“, meint Aufnahmeleiterin Samy Giray von der Produktionsfirma Good Times. Sie weiß, dass die Profis anders kritisieren als Laien, die in der Regel die Kochkunst mit einem „Lecker“ kommentieren. „Das ist kritisieren auf höchstem Niveau“, verdeutlicht sie. Welche Restaurants an dem Wettbewerb teilnehmen, wird nach einem Vorabcasting von einem Gremium des TV-Senders entschieden. Kriterien seien das Gesamtkonzept und die gastronomische Vielfalt, die abgebildet werden soll. Mit dem Format sollen den Zuschauern Unterhaltung wie Informationen zum Beispiel über die kulinarische Seite oder das Preis-Leistungs-Verhältnis geliefert werden. Die Dreharbeiten werden noch den ganzen Nachmittag in Anspruch nehmen. Weil „Die Bühne“ auch bei Veranstaltungen die Bewirtung übernimmt, wird auch in den Sälen gedreht. „Das gehört ja zu unserem Konzept“, berichtet Stein. Stadtbürgermeister Ralf Hechler schaut vorbei und freut sich über die wahrscheinlich werbewirksame Idee. Das Endergebnis bleibt noch eine Weile offen. Die Punkte von TV-Koch Mike Süsser werden letztlich darüber entscheiden, wer Sieger wird und das Preisgeld von 3000 Euro einstecken darf. Die Teilnehmer selbst erhalten etwa drei Wochen vor dem Ausstrahlungstermin Bescheid. „Letztlich sind alle Gewinner“, meint Giray. Denn in der Regel entscheide die Sympathie darüber, welches Lokal gut ankomme.