Eisenberg RHEINPFALZ Plus Artikel Wasserwerke Göllheim und Eisenberg wollen eng kooperieren

Der Anstalt soll die gesamte technische Betriebsführung von der Wassergewinnung bis hin zum Netzbetrieb übertragen werden.
Der Anstalt soll die gesamte technische Betriebsführung von der Wassergewinnung bis hin zum Netzbetrieb übertragen werden. Foto: dpa/Seeger

Die Verbandsgemeinden Göllheim und Eisenberg wollen im Bereich der Wasserversorgung eng zusammenarbeiten. Nach Grundsatzbeschlüssen in den Verbandsgemeinderäten nehmen die Pläne jetzt konkrete Gestalt an. Die Kooperation soll im Rahmen einer gemeinsamen Anstalt des öffentlichen Rechts (AöR) organisiert werden.

Während ihrer jüngsten Sitzungen befasste sich der Göllheimer und der Eisenberger Werkausschuss mit dem aktuellen Satzungsentwurf für die AöR. Entsprechend ihrem Namen „Betriebsgemeinschaft Wasserversorgung Göllheim und Eisenberg“ soll ihr die gesamte technische Betriebsführung von der Wassergewinnung bis hin zum Netzbetrieb einschließlich der Herstellung und Wartung der Hausanschlüsse übertragen werden. Die AöR fungiert damit als Dienstleister für die beiden Wasserwerke. Die Eigentumsverhältnisse an den Anlagen bleiben von der Neuorganisation unberührt.

Als Sitz der Anstalt ist Göllheim vorgesehen. Das Stammkapital von 100.000 Euro wird zu gleichen Teilen von den Verbandsgemeindewerken Göllheim und Eisenberg aufgebracht. Ein Verwaltungsrat, bestehend aus zwölf Mitgliedern, den jeweiligen Verbandsbürgermeistern und je fünf weiteren Mitgliedern aus den VGs, wird die Geschäftsführung des Vorstandes überwachen. Dieser besteht aus zwei Personen: Vorstand und Stellvertreter. Die Werkleiter von Göllheim und Eisenberg sind dafür vorgesehen.

Los geht es 2021

Nach ihrer Gründung zum 1. Oktober 2020 soll die AöR am 1. Januar 2021 ihre Arbeit aufnehmen. Die Zwischenzeit wird benötigt, um die erforderlichen Betriebsführungsverträge mit den VG-Werken abzuschließen. Das Personal der Wasserwerke wird von der AöR übernommen. Die betriebswirtschaftliche Geschäftsführung der AöR wird ihren Sitz in Eisenberg haben. Der technische Betrieb wird im Werkhof der Göllheimer VG-Werke zusammengefasst.

Nicht zuletzt der Zuwachs an Personal macht große Umbau- und Sanierungsmaßnahmen am Göllheimer Betriebsgebäude erforderlich. Dazu verwies Bürgermeister Steffen Antweiler (FWG/Göllheim) beispielhaft auf die notwendige Trennung der Sozialräume in die Bereiche „Wasser“ und „Kanal“. Bautechnisch gesehen bestehen überdies aus heutiger Sicht Defizite am Gebäudebestand aus den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Eine vom Architekten Andreas Kiefer aus Göllheim vorgestellte Konzeptstudie untersucht die Möglichkeiten, den neuen Anforderungen gerecht zu werden. Sie kommt zu dem Schluss, dass dies in sinnvoller Weise geschehen kann „durch Modernisierung und (energetische) Sanierung und durch Erweiterung mittels Anbau“.

Verwirklichung „abschnittsweise“?

Nach Kiefers Vorschlägen würde das bestehende Verwaltungsgebäude durch einen etwa 340 Quadratmeter großen einstöckigen Anbau erweitert. Der neue Trakt entstände links neben dem Altbau. Die Kosten für den Neubau, die parallele Sanierung des Bestandes und die Anpassung der Freiflächen belaufen sich nach Kiefers vorläufiger Schätzung auf rund 1,3 Millionen Euro (netto).

Der Werkausschuss beauftragte Kiefer einstimmig, die Ergebnisse der Konzeptstudie in eine konkrete Bauplanung umzusetzen. Auf dieser Grundlage, so Antweiler, müsse man dann einen Umsetzungs- und Finanzierungsplan entwickeln. Gegebenenfalls müsse man bei der Verwirklichung abschnittweise vorgehen, da der Betrieb ja weiterlaufe, gab Antweiler in der Göllheimer Werksauschusssitzung zu bedenken.

Der Werksausschuss in Eisenberg habe die Empfehlung an den Verbandsgemeinderat ausgesprochen, dass dieser der Vereinbarung zur Schaffung der AÖR zustimmen soll, informierte gestern Bürgermeister Bernd Frey (SPD/Eisenberg) über den Sitzungsverlauf.

x