Rheinpfalz Wasgaustadion: Kreis zurückhaltend bei Sanierung
Der Kreis Südwestpfalz, an den im Zuge der Schulstrukturreform zusammen mit der Trägerschaft der Hauensteiner Wasgauschule auch das Wasgaustadion übergegangen ist, will die leichtathletischen Anlagen des Stadions überarbeiten. Bevor Konkretes geplant werden kann, „müssen die Mängel begutachtet werden, um zu sehen, ob und was repariert werden muss. Und es muss ermittelt werden, was dies kostet“, heißt es aus der Kreisverwaltung.
In den vergangenen Wochen waren die Kunststoffflächen der Sportanlage – die Laufbahn und die Halbkreis-Segmente hinter den Toren – gereinigt worden. Mit der Reinigung wurde offensichtlich, dass die Linierung der Bahnen und die Kennzeichnungen auf ihnen – beispielsweise die Markierung der Startlinien für die verschiedenen Distanzen und die Wechselmarken für Staffeln – dringend einer Überarbeitung bedürfen. Mit der Reinigung sei auch eine „Neulinierung“ beauftragt gewesen, die „aber aufgrund von festgestellten Mängeln in der Nutzschicht des Sportbelags noch nicht ausgeführt ist“, teilte dazu die Sprecherin des Kreises, Ulla Eder, mit. Die Reparatur der vorgefundenen Schadstellen auf der Laufbahn – Risse und Löcher sind an vielen Stellen erkennbar – „wird noch zeitnah erfolgen“, so Eder, verweist aber darauf, dass zunächst eine Bestandsaufnahme der Schäden und eine Ermittlung der Kosten erfolgen müsse. Anzumerken ist, dass im Wasgaustadion schon seit Jahren – außer den Schulsportfesten – keine leichtathletischen Wettbewerbe mehr stattfanden. In früheren Jahren waren beispielsweise auch Pfalzmeisterschaften der Leichtathleten über die Anlage gegangen. Dort bietet der Turnverein Hauenstein derzeit das Training für Sportabzeichenbewerber an. Und natürlich werden sie ab und zu auch für den schulischen Sportunterricht benutzt. Zuletzt waren Klagen auch über den allgemeinen Pflegezustand der Anlage unter dem Neding laut geworden: „Überall wuchert Gras, aus der Tribüne wachsen kleine Bäumchen, die Balken der Sprunganlage sind unbrauchbar, Teile der Bahnbegrenzung fehlen“, hatte zum Beispiel der Läufer Wolfgang Seibel, der im Wasgaustadion trainiert, gegenüber der RHEINPFALZ moniert. Und ein Betreuer von Sportgruppen, der ungenannt bleiben will, hatte festgestellt: „Das Wasgaustadion macht einen überaus ungepflegten und vernachlässigten Eindruck.“ Mittlerweile wurden diese angesprochenen Pflegemängel beseitigt. Die Hausmeister der Wasgauschule und die Kreismitarbeiter für Grünflächen haben sich um den Grünschnitt gekümmert, sodass die Anlage einen sichtlich gepflegteren Eindruck macht. Unter anderem hätten die Mitarbeiter des Kreises im Juli an zwölf Arbeitstagen Pflegearbeiten geleistet. Allerdings sei auch bei schulischen Anlagen das Bundesnaturschutzgesetz zu beachten: Ein radikales Zurückschneiden von Hecken und Sträuchern ist hier zwischen dem 1. März und dem 30. September nicht erlaubt. Wie die Presseabteilung des Kreises weiter mitteilte, würden „alle Gebäude und Außenanlagen, auch die Anlage mit der Kunststoffbahn in Hauenstein, von uns nach Bedarf unterhalten“. Für die Realschule plus mit der Schulsportanlage stünden im laufenden Jahr Mittel 70.000 Euro für die Unterhalten zur Verfügung. Einen Etat nur für die Sportanlage gebe es aber nicht. Das Rasenspielfeld des Wasgaustadions mit Flutlichtanlage und die vorhandenen Umkleidekabinen werden vom Sportclub Hauenstein genutzt. Darüber besteht zwischen dem Kreis und dem Verein eine vertragliche Vereinbarung. Demnach, so die Kreisverwaltung, „obliegen dem SC Hauenstein sämtliche Unterhaltungs- und Verkehrssicherungspflichten für das Rasenspielfeld und die übrigen ihm überlassenen Anlagen“. Der SCH habe „ausdrücklich die Pflege des Rasenspielfeldes einschließlich Bewässern, Düngen und Vertikutieren sowie die Reinigung aller überlassenen Anlagen nach deren Nutzung“ zu leisten. Und: „Wird übereinstimmend die Notwendigkeit zur Erneuerung des Rasens festgestellt, geht diese zu Lasten des SC Hauenstein.“