Eisenberg Was macht eigentlich ein Heimbeirat?
Seit kurzem ist Lothar Götze Heimbeirat im Azurit-Seniorenzentrum Eisenberg. Doch was hat es mit diesem Posten eigentlich auf sich? Wir haben nachgefragt.
Lothar Götze ist einer, der die Welt gesehen hat. „Ich könnte viele Anekdoten erzählen“, sagt er. Vier Jahrzehnte lang war er bei der BASF beschäftigt, bevor er sich als Export-Kaufmann selbstständig machte und dadurch viel gereist ist. Der 80-Jährige fühlt sich „noch fit genug für so was“ und arbeitet noch ehrenamtlich bei der Grünstadter Tafel mit. Verantwortung übernimmt Götze auch im Azurit Seniorenzentrum Zehnthof. Seit vier Jahren ist er Vorsitzender des Heimbeirats und wurde bei der jüngsten Wahl des Gremiums wieder in den Beirat gewählt. Götze ist einer der beiden Mitglieder des Heimbeirates, die nicht im Seniorenzentrum wohnen, was laut Heimgesetz möglich ist. Motiviert wurde er dazu von seiner Ehefrau, die ehrenamtlich im Azurit tätig ist. „Die vergangenen Jahren haben richtig Spaß gemacht“, blickt Götze zurück, „denn es hat keine Situation gegeben, für die wir nicht gemeinsam mit der Heimleitung eine Lösung gefunden hätten“. Die Hauptaufgabe eines Heimbeirates sei die Interessenvertretung der Heimbewohner. An erster Stelle stehen dabei die gute Pflege und Versorgung. „Eine gute Küche“ trage besonders zur Zufriedenheit der Bewohner bei, ebenso ergänzende Angebote wie Spiele oder Ergotherapie. Nach gewissen Anfangsschwierigkeiten im Heim, das vor sechs Jahren eröffnet wurde, habe sich dank des derzeitigen Leiters Hendrik Meinen vieles zugunsten der Bewohner verbessert. „Es funktioniert jetzt sehr gut“, bewertet Lothar Götze die Situation. Das Hauptproblem – wahrscheinlich in allen Einrichtungen der Altenpflege – seien „ganz persönliche Anliegen, die ein Heim nicht so erfüllen kann, wie das zu Hause der Fall wäre“. Doch der Heimbeirat versuche auch in diesen Fällen soweit wie möglich Abhilfe zu schaffen. „Denn wir nehmen die Beschwerden wahr und versuchen sie gemeinsam mit der Heimleitung abzustellen“, so Götze. Allerdings müssten manche Dinge differenziert betrachtet und geprüft werden, ob die Angelegenheit auch im Gesamtinteresse der Bewohner ist. „Manchmal ist auch einiges überzogen“, so Lothar Götze und nennt als Beispiel, dass nach unterschiedlichen Geschmäckern die Kartoffeln manchmal zu fest oder zu weich eingeschätzt werden. Pläne hat der Heimbeirat auch: Auf der Terrasse zum Eisbach hin werden Sonnenschirme gewünscht und für einige rauchende Bewohner wird auf deren Wunsch auch „eine Art Raucherecke“ eingerichtet. Götze lobt die ausländischen Pflegekräfte, die im Heim beschäftigt sind, für ihre große Empathie im Umgang mit den Bewohnern. Und genau diese Zuwendung und mentale Betreuung sei entscheidend für eine gute Pflege, so Götze. Dafür und für mehr Einzelbetreuung werde jedoch noch mehr Pflegepersonal gebraucht. Positiv sei, dass sich die beiden örtlichen Heime bei personellen Engpässen gegenseitig helfen, lobt Götze die „lose Zusammenarbeit“ mit dem DSK Seniorenzentrum.