Rheinpfalz
Waldfischbach-Burgalben: Weck, Wurst und Wein in der Markthalle unter einem Dach
Es geht um die Wurst: Was ist denn nun das Geheimnis der Huber-Lyoner, die abends oft ausverkauft ist? Heinrich Huber lacht: „Wir nehmen keine Zaubermittel, sondern wir arbeiten mit traditionellen Familienrezepten, die nicht geändert werden und natürlich mit Naturgewürzen, ohne haltbarkeitsverlängernde Zusatzstoffe.“ Also doch ein Geheimnis, aber eines, das schmeckt.
Und das schon seit über 90 Jahren. „Unsere Metzgerei wurde 1926 von meinem gleichnamigen Opa Heinrich Huber gegründet. Seit 90 Jahren und nun in dritter Generation produzieren wir handwerkliche Wurst- und Schinkenprodukte aus hauseigener Schlachtung.“
In der Alleestraße wurde damals der Grundstein gelegt, von einer kleinen Metzgerei mit dörflichem Charme zu einer Fachmetzgerei, die der Vater Leo Huber zu seiner Zeit zu einem ansehnlichen Unternehmen ausgebaut hat, dass über die Ortsgrenzen hinaus bekannt war. 1960 eröffnete eine Filiale in Heltersberg, 1982 kam eine weitere Filiale in Waldfischbach, in der Welschstraße dazu. Da die Räumlichkeiten im Hauptgeschäft in der Alleestraße mittlerweile viel zu klein waren und eine Modernisierung und Vergrößerung anstanden, wurde das Projekt Markthalle in Burgalben in Angriff genommen und die Halle im Jahr 2016 eröffnet.
„Leo’s Bistro“ ist dem Seniorchef gewidmet
Die Markthalle vereint unter einem Dach Fleischwaren aus hauseigener Schlachtung und täglich frischer Herstellung, Backwaren einer handwerklichen Traditionsbäckerei, ein Obst- und Gemüsestand mit saisonalen, aber auch mediterranen Produkten sowie Käseprodukte, viele Weinspezialitäten, präsentiert in einer Weinlounge, die sich sehen lassen kann. Zusätzlich gibt es ein modernes, lichtdurchflutetes Bistro, dass dem Seniorchef der Metzgerei Huber gewidmet ist, der 2010 gestorben ist, „Leo’s Bistro“.
Eine weitere Filiale (ehemals Metzgerei Burkhardt) wurde im Jahr 2017 in Rieschweiler-Mühlbach eröffnet. Bis Heinrich Huber am Ziel und auf dem heutigen Stand war, ist viel Zeit ins Land gegangen. Der junge Huber hätte sich damals während seiner Lehrlings- und Gesellenzeit wohl nicht träumen lassen, dass er dereinst ein kleines Fleisch- und Wurst-Reich führen würde, das nicht nur lokal, sondern auch regional bekannt sein würde. „Gerade am Wochenende sieht man viele Nummernschilder mit PS-Stadt, KL und ZW. Also müssen wir vieles richtig machen, dass Leute von auswärts zu uns hierher kommen.“
„Wollte nicht nur der Sohn vom Chef sein“
Hubers Lebenslauf ist schnell auf den Punkt gebracht: Mit 18 Jahren, 1986, hat er eine Lehre begonnen. Den Meistertitel hat er in Heidelberg gemacht und danach ein betriebswirtschaftliches Studium, Fachrichtung Fleisch, absolviert. „Mit dem Meistertitel in der Tasche war ich in vielen anderen Unternehmen. Ich habe sozusagen eine ,sprunghafte’ Zeit gemacht; war während dieser Zeit in vielen großen und kleinen Handwerks-, aber auch bei Großbetrieben, in die ich hineinschnuppern durfte.“ Danach kam er zurück in den Stammbetrieb und hat dort als Jung-Geselle angepackt, trotz Meistertitels in der Tasche. „Ich habe ganz normal gearbeitet, wie jeder andere Lehrling und Geselle auch, weil ich nicht nur der Sohn vom Chef sein wollte.“
Es habe ihm von klein auf Spaß gemacht, den Vater zu begleiten, etwa Lebendvieh bei den Bauern zu kaufen und abzuholen oder ihm sonst wie zur Hand zu gehen. „Mit Lust und Spaß kam das Ding ins Laufen, mit Meisterbrief und betriebswirtschaftlicher Ausbildung.“ Pfunde, mit denen es sich gut wuchern lässt. Als Betriebswirtschaftler hat er sich Chancen mit seinem Projekt Markthalle ausgerechnet, was inzwischen die gute Resonanz bei der Bevölkerung bestätigt.
Mittagstisch als „Produktverkostung“
Als Metzgermeister ist er auf Qualität bedacht. „Da wir in eigenen Betrieben produzieren, können wir eine tagesfrische Produktion vorhalten und in unseren Filialen und in der Markthalle präsentieren.“ Laut Huber werde im eigenen Betrieb geschlachtet, zerlegt, verarbeitet, verpackt und verkauft. Auch die Hygiene stimme, denn „als Fachbetrieb mit EU-Zulassung arbeiten wir unter wesentlich schärferen hygienischen Bestimmungen und Kontrollen.“ Mit ihm sind noch an die 40 Mitarbeiter in den vier Ladengeschäften und in der Produktion beschäftigt. „Das A und O sind ausgebildete, qualifizierte, gute und langjährige Mitarbeiter.“
Quasi zur „Produktverkostung“ gibt es in der Markthalle einen täglich wechselnden Mittagstisch. „Original Pfälzer Gerichte, mit frischen Zutaten gekocht, prägen unsere Auswahl, daneben bieten wir aber auch trendige Spezialitäten, saisonale und leichte Leckereien“ – damit will Huber potenzielle Besucher der Metzgerei auf den Geschmack bringen.