Rheinpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Waldfischbach-Burgalben: Neue Drehleiter für 616.000 Euro

Die neue Drehleiter der Feuerwehr der VG Waldfischbach-Burgalben ist beim Tag der offenen Tür der Feuerwehr zu sehen. Foto: Daum
Die neue Drehleiter der Feuerwehr der VG Waldfischbach-Burgalben ist beim Tag der offenen Tür der Feuerwehr zu sehen.

Poliert, rot glänzend und frisch beschriftet. So steht die neue Drehleiter der Feuerwehr der Verbandsgemeinde Waldfischbach-Burgalben im Feuerwehrgerätehaus.

Auf dem Drehleiterkorb, der bei eingezogener Leiter 1,50 Meter über die Fahrerkabine ragt, hat der Beschrifter den Umriss und das Wappen der VG inklusive Schriftzug Verbandsgemeinde Waldfischbach-Burgalben aufgebracht. Am Sonntag, beim Tag der offenen Tür der Feuerwehr Waldfischbach-Burgalben – dort ist die Drehleiter stationiert –, kann das Fahrzeug genau unter die Lupe genommen werden.

„10,20 Meter lang, 3,20 Meter hoch, 2,50 Meter breit, 16 Tonnen“, nennt der stellvertretende Wehrleiter Harald Bohl technische Eckdaten des Fahrzeugs, dessen Fahrgestell von Iveco stammt. Der Drehleiteraufbau kommt von Magirus und gehört der in Deutschland hauptsächlich im Einsatz befindlichen Baureihe DL(A) K – 23/12 an – 23 steht für die Nennrettungshöhe, die zwölf für die Ausladung. DL steht für Drehleiter, A für automatisch und K für Korb.

Der Korb ist eine große Verbesserung gegenüber dem Vorgängermodell, das nach 33 Jahren und 5400 Einsatzstunden wegen Hydraulikproblemen ausgemustert wurde. „Am vorherigen Fahrzeug mussten wir den Korb immer manuell einhängen. Jetzt ist der Korb installiert“, skizziert Michael Herrlich, Wehrführer in Waldfischbach-Burgalben diesen Vorteil.

Drei Mann Besatzung

Der stellvertretende Wehrführer Christian Küntzler hat die Drehleiter aus der Halle gefahren. „Das Fahrzeug musste in die Fahrzeughalle passen“, weist Bohl lachend auf ein wichtiges Detail hin. Wenige, aber entscheidende Zentimeter Luft befinden sich zwischen Fahrzeug und Hallentor. Wer das Fahrzeug fährt, „muss sehr aufmerksam sein“, sagt Küntzler. 320 PS, die Höchstgeschwindigkeit ist auf 90 Stundenkilometer begrenzt. Küntzler ist einer von sechs Maschinisten, die bereits in die Handhabung der neuen Drehleiter eingewiesen sind. Nach und nach werden verbandsgemeindeweit alle weiteren Drehleitermaschinisten eingewiesen. Rund acht Stunden dauert das jeweils.

616.000 Euro kostet das Fahrzeug. Mit 150.000 Euro wird es vom Landkreis Südwestpfalz bezuschusst. Der Kreis müsste eine Drehleiter vorhalten, hat sich für eine dezentrale Lösung entschieden. Vier Drehleitern kreisweit in verschiedenen Verbandsgemeinden, um die Einsatzgrundzeiten einhalten zu können. „Um diesen Zuschuss zu bekommen, muss die Drehleiter Anforderungen erfüllen, die von Kreisseite gestellt werden“, erläutert Bohl. Technisch sollen alle vier Drehleitern im Kreis so ausgestattet sein, dass sie jeder Maschinist – egal welcher Wehr er angehört – bedienen kann.

1200 Liter Wasser pro Minute

Im Führerhaus ist Platz für drei Mann Besatzung. „Wir haben jetzt ein Navigationsgerät an Bord“, berichtet Herrlich. Die Leitstelle in Landau, die je nach Einsatzstichwort entscheidet, ob die Drehleiter alarmiert wird, sendet die genauen GPS-Daten des Einsatzortes ans Navi. Das erleichtere die Anfahrt zum Einsatzort.

Knopfdruck: Sanft fahren die vier Stützen aus, um der Leiter Stabilität beim Einsatz zu bieten. Hydraulisch wird der Korb bewegt, knickt ab, senkt sich nach unten und ist einstiegsbereit. Die Drehleiter kann vom Fahrzeug und aus dem Korb heraus bedient werden. Am Korb kann ein Wasserwerfer angebracht werden, der pro Minute 1200 Liter Wasser auf einen Brandherd ausbringen kann. Die Drehleiter „kann so abknicken, dass wir an Einsatzstellen kommen, die wir mit dem Vorgängermodell nicht erreichen konnten“, sagt Bohl. Vom Boden aus ist der Korb dann nicht mehr zu sehen. Via Kamera kann hineingeblickt werden, um im Notfall reagieren zu können.

Fußballfeldgroße Fläche beleuchten

Brandbekämpfung ist eine Aufgabe. Menschenleben retten eine andere. Der Rettungskorb ist mit 400 Kilo belastbar. An Bord ist eine Krankentrage, die es ermöglicht, schwergewichtige Menschen bis 270 Kilo Gewicht zu transportieren. Der Rettungsdienst fordert immer öfter Unterstützung an. Neu ist eine Großflächen-LED-Leuchte, die am Korb angebracht werden kann. „Damit lässt sich eine Fläche so groß wie ein Fußballfeld ausleuchten“, erklärt Bohl. Der Sprungretter an Bord kann Stürze aus einer Höhe bis zu 15 Meter abfangen. Große Belüfter können am Korb angebracht werden, um verrauchte Räume in den oberen Stockwerken zu entlüften. „Die Drehleiter entspricht jetzt dem Stand der Technik“, sagt Herrlich. Bohl verweist auf die Memory-Funktion. Das Gerät speichert die letzten zehn Einsatzminuten, kann diese vollautomatisch nachfahren.

Tag der offenen Tür

Die Drehleiter ist am Sonntag beim Tag der offenen Tür der Feuerwehr Waldfischbach-Burgalben zu sehen (10 bis 18 Uhr). Blicke aus luftiger Höhe inklusive. Fahrten in den Feuerwehrfahrzeugen werden angeboten. Die Mini-Feuerwehrfahrzeuge, die der Förderkreis gekauft hat und vermietet, sind für kleine Besucher ein Riesenspaß. Für Essen und Trinken ist gesorgt.

x