Rheinpfalz
Waldfischbach-Burgalben: Gutperle investiert in Golfplatz Pfälzerwald
Seit Dezember 2018 ist die Golfanlage in Waldfischbach-Burgalben Teil der Gutperle Golf Courses. Nach der Übernahme wurde aus dem insolventen Golfclub Pfälzerwald der Golfplatz Pfälzerwald. Etwa 1,5 Millionen Euro investiert der neue Besitzer bis 2021 in Platz, Maschinenpark, Clubhaus und Restaurant.
Für die bevorstehende Golfsaison erwartet Werner Gutperle, Geschäftsführer der Golfplatz Pfälzerwald GmbH, etwa 430 Mitglieder. Aktuell lägen bereits 40 Neuanmeldungen vor, sagte er am Freitag beim Neujahrsempfang auf dem Golfplatz. Ende 2019, als die Gutperle Golf Courses die Anlage übernommen hatte – das Gelände hatten sie, wie berichtet, von der Verbands- und Ortsgemeinde Waldfischbach-Burgalben gekauft –, seien es 320 gewesen, bilanzierte Gutperle.
„Wir bewegen uns hier in Waldfischbach-Burgalben im Jahr eins nach dem Neustart jetzt in deutlich ruhigerem Fahrwasser“, sagte Gutperle erfreut. Das bestätigte Verbandsbürgermeister Lothar Weber (SPD): „Man hört nichts, das ist immer ein sehr gutes Zeichen“. Die Entscheidung, das Gelände an die Gutperle Golf Courses zu verkaufen, „war richtig“, resümierte Weber. Dass die Anlage erhalten blieb, professionell gemanagt wird, sei wichtig für den Standort Waldfischbach-Burgalben.
Auch Gutperle ist zufrieden. „Bei 70 Golfturnieren hatten wir knapp 2000 Teilnehmer“, sagte er. Der Sportbetrieb laufe mit den Days und Mannschaften. „Sehr zufrieden sind wir mit der Akzeptanz, welche die Golfanlage Pfälzerwald bei den anderen Mitgliedern der Gutperle Golf Courses gefunden hat“, sagte der Geschäftsführer. „Für uns ist das ein entscheidender Grund dafür, warum wir hier investiert haben“, bestätigte Peter Blei von der Hauptverwaltung der Gutperle Golf Courses. 2200 Golfrunden hätten die Mitglieder der gleichfalls zu den Gutperle Golf Courses gehörenden Anlagen in Heddesheim, Limburgerhof und Oftersheim in Waldfischbach-Burgalben gespielt, bilanzierte Gutperle und geht von einer steigenden Zahl aus. Die Rückmeldungen zu Platz und Clubhaus seien sehr positiv gewesen. Viele Golfer hätten in der Region übernachtet.
Die große Herausforderung heißt Wassermanagement
Um die Attraktivität zu steigern, wurden im ersten Jahr rund 500.000 Euro investiert, erläuterte der Manager der Anlage in Waldfischbach-Burgalben, Tobias Leonhard. Lasse sich alles umsetzen, seien in den kommenden zwei Jahren Investition von einer Million Euro geplant. Das Wassermanagement auf dem Platz sei die größte Herausforderung, sagte Gutperle. Im Winter sei ein Teil der Anlage zu feucht, im Sommer zu trocken. Es sei genügend Wasser da, aber nicht zur richtigen Zeit. Deshalb soll der Teich an Loch 14 vergrößert werden, so dass er als Vorratsspeicher für die Beregnungsanlage dient. Das sei schon 2001, als die Wasserentnahme aus der Moosalbe genehmigt worden sei, von der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd angeregt worden. Diesen Plan greife man nun auf. Installiert werden soll ein großes Drainagesystem, das Wasser in den Teich leitet. Geplant ist zudem, auf dem Platz an zwei Bahnen WC-Anlagen mit Frisch- und Abwasseranschluss zu bauen. Schon genehmigt ist die Erneuerung des Betriebshofes für das Greenkeeping.
Im ersten Betriebsjahr wurde bereits investiert: neue Platzpflegemaschinen angeschafft, Golfcarts erneuert. Die Driving Range wurde neu gestaltet und die EDV-Anlage grundlegend überarbeitet. All das seien Herausforderungen, die innerhalb der Gruppe im Prinzip Alltagsgeschäft seien. Dazu gehöre auch, die rechtlichen Rahmenbedingen nach Übernahme des Clubs zu schaffen. Mit einer ungewöhnlichen und für ihn persönlich besonders wichtigen Herausforderung sei er dann aber doch konfrontiert worden, bekannte Werner Gutperle: mit Betriebsferien und Ruhetag im Restaurant. „Alle anderen Gastronomiebetriebe bei uns kennen so etwas nicht“, sagte er und sorgte damit für Heiterkeit bei den 175 Gästen. Auf den anderen Anlagen sind die Restaurants verpachtet, in Waldfischbach-Burgalben betreibt die Gruppe das Restaurant in Eigenregie.
Ruhetage und Betriebsferien, die unter anderem der Tatsache geschuldet waren, dass es nur einen Koch gab, seien Probleme die keinen Aufschub dulden. Zwei weitere Köche wurden eingestellt. Seit Ostern sei die Küche prima aufgestellt und mit den Kochkünsten „sind wir sehr zufrieden“, sagte Gutperle.
Investitionen steigern Attraktivität des Restaurants
Im Restaurant sei aufgefallen, dass nach der Insolvenz des Golfclubs einiges im Argen lag. Zum Beispiel fehlten Teller im Restaurant, Küchengeräte und manches mehr. Deshalb wurde ins Restaurant investiert. Dort sei geplant, Terrasse und Biergarten neu zu gestalten. Der Boden wird befestigt, der Sonnenschutz verbessert. Neue Möbel, unter anderem für den Außenbereich, wurden bereits geliefert.
Auf 17 Mitarbeiter plus Aushilfen ist der Personalstamm gewachsen. Phil Sierocinski ist aktuell Golf Pro auf der Anlage und zuständig fürs Verbessern der Handicaps.
Auch beim Greenkeeping musste der neue Betreiber in Menschen und Maschinen investieren. Zu Head- Greenkeeper Walter Dörr und seinem Team gesellten sich zwei weitere Greenkeeper. Dörrs grüner Daumen sorge immer für gute Spielbedingungen, lobte Gutperle. Maschinen wurden punktuell ergänzt, werden 2020 teilweise erneuert.