Rheinpfalz Volz befürchtet Durchgangsverkehr im „Hirschgraben“

Gesperrt für Autos und Motorräder: Trotzdem fahren durch den Hirschgraben seit vielen Jahren Autos „auf eigenes Risiko“, wie die
Gesperrt für Autos und Motorräder: Trotzdem fahren durch den Hirschgraben seit vielen Jahren Autos »auf eigenes Risiko«, wie die Westheimer Bürgermeisterin Inge Volz sagt.

„Die Öffnung des Hirschgrabens will ich nicht, weil dann der überörtliche Verkehr Richtung Neustadt durch Westheim fließen wird.“ Das schreibt die Westheimer Ortsbürgermeisterin Inge Volz (SPD) in einer Stellungnahme zu den jüngst veröffentlichten Berichten „Hirschgraben-Ausbau machbar“ (21. März) und „Verschiedene Meinungen bei CDU zum Hirschgraben“ (28. März). Darin war die Freigabe des Wirtschaftsweges für den öffentlichen Verkehr ein Thema.

Der Lingenfelder CDU-Fraktionsvorsitzende Rolf Freytag gebe zu, dass der Verkehr in Lingenfeld unvermeidbar sei – durch die Öffnung des Hirschgrabens jedoch der Verkehr in Richtung Lustadt, Weingarten und Neustadt auf Westheim verteilt werden könne. „Damit hätte Lingenfeld seine Germersheimer Straße ganz einfach auf Kosten anderer Leute entlastet“, betont Volz. Sie bekräftigt: „Ich bin da mit Herrn Freytag einer Meinung, dass dies bei einer Gemeindeverbindungsstraße so kommen wird. Und was zusätzlicher Verkehr für den Altort bedeutet, spürt man im Moment, ausgelöst durch die baubedingte Umleitungsstrecke für die Nachbargemeinden Zeiskam und Bellheim.“ Als zweiten Grund, weshalb sie gegen eine Hirschgraben-Öffnung sei, führt Volz „die hohen Kosten, die die Gemeinde dafür ausgeben müsste“, an: Die ersten Kostenannahmen der Machbarkeitsstudie lägen bei einem Vollausbau bei 938.151 Euro, nur die Asphaltdecke zu fräsen und die Verbreiterung „anzuflicken“, koste 489.171 Euro. „Nicht enthalten in den Beträgen“ seien die Kosten für notwendigen Grunderwerb, für die Planung, für Bodengutachten, für die Entsorgung von belastetem Material, für Baustelleneinrichtungspläne, für Leitungsarbeiten sowie für einen eventuell zusätzlichen Feldweg für Landwirte. „Und was ist mit den relativ vielen Fußgängern und Radfahrern auf dieser Strecke?“, fragt Volz. Sie glaubt, dass bei dem vom Ingenieurbüro prognostizierten Verkehrsaufkommen von täglich 2600 Fahrzeugen für beide Richtungen „aus Sicherheitsgründen ein Gehweg erforderlich“ ist. „Dieser wird in der Machbarkeitsstudie mit einer zusätzlichen Kostenannahme von 255.172 Euro gerechnet – auch hier ohne Grunderwerb, ohne Planungs- und weitere Baunebenkosten“, so Volz. Der Wirtschaftsweg „Hirschgraben“, auf dem schon seit vielen Jahren Autos auf eigenes Risiko fahren, liege bis zur Abzweigung zu den Lingenfelder Vereinsgebäuden und der Tennishalle auf Westheimer Gemarkung. Ein Ausbau und die Freigabe als Straße bedeute für die Gemeinde Westheim, dass deren Bürger diese enormen Kosten für die Straße sowie die anschließenden Unterhaltungskosten zu tragen hätten: „Bei den negativen Haushalten der Kommunen ist das für mich als Ortsbürgermeisterin ein No-Go“, betont Volz.

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