Eisenberg Vierbeiner als Spürnasen

Joana Phillips mit Hündin Snuggles und Julia Teufel (rechts).
Joana Phillips mit Hündin Snuggles und Julia Teufel (rechts).

Wie praktisch, wenn der eigene Hund den verlorenen Schlüssel oder das Smartphone dank seiner guten Spürnase wiederfinden kann. Doch: Das will gelernt sein. Die acht Teilnehmer, die zu dem Workshop von Seminarleiterin Julia Teufel gekommen sind, haben sich aus diesem Grund für den zweitägigen Kurs angemeldet. Natürlich aber auch, um ihre Vierbeiner sinnvoll zu beschäftigen. Kaum zu glauben, aber nach vier Stunden Training finden die Hunde bereits das gesuchte Objekt. Und darüber freuen sich am Nachmittag alle. „Jeder Hund kann das lernen und Gegenstände erschnuppern“, sagt Julia Teufel, die Zweite Vorsitzendende des Vereins. Alter des Tieres oder Rasse seien egal. Man müsse bei Hunden einfach das Interesse wecken und ihn trainieren. Und wie das funktioniert, das zeigt die Ausbildungswartin den Teilnehmern, die teilweise mehr als 100 Kilometer Anfahrtsweg in Kauf genommen haben, um mit ihren Lieblingen zu arbeiten. Damit sich die Hunde nicht gegenseitig ablenken, werden sie nacheinander trainiert. Ein echtes Naturtalent ist Snuggles. Die Old English Bulldog von Joana Phillips (28) aus Steinborn hat sichtlich großen Spaß, den Parcours aus Boxen, Paletten und Steinen zu umrunden. Ihre Nase ist dabei ganz konzentriert zum Boden gerichtet. Zuvor hat Teufel ein kleines Farbröllchen, das gesuchte Objekt, in einer Box versteckt. Keine drei Minuten später steht die sechsjährige Hündin schwanzwedelnd davor. „Lobe sie nun ausgiebig“, empfiehlt die 35-jährige Seminarleiterin Snuggles’ Frauchen. Mit Leckerlies und einer Schmuseeinheit verwöhnt Phillips ihre Bulldogge. Damit Snuggles diesen Erfolg hat, musste zuvor aber viel geübt werden. „Zunächst zeigen wir den Hunden den Gegenstand. Sobald sie diesen mit der Nase berühren, kommt der Clicker, der ein akustisches Geräusch abgibt, zum Einsatz. Das wiederholen wir 30 bis 50 Mal. Loben und Futter als Belohnung gehören ebenfalls dazu“, sagt Teufel. Habe der Hund das dann begriffen, könne der Gegenstand versteckt werden – zunächst an einer leicht zu findenden Stelle. Über den Geruch des Menschen, der am Gegenstand hafte, erschnuppere das Tier, wo sich dieser befinde. Mächtig stolz ist die Hundebesitzerin und sagt: „Das klappt wirklich toll. Es ist eine sinnvolle Beschäftigung für den Hund und gleichzeitig ganz praktisch für mich, falls ich mal etwas verliere.“ Die Tiere könnten übrigens auf mehrere Gegenstände trainiert werden, so Teufel. Wichtig sei es, dass das Suchobjekt nicht nur aus Metall sei – im Stoff bleibe der Geruch intensiver hängen. Nun ist die Altdeutsche Schäferhündin Gina dran. „Heute Vormittag hatte sie so gar keine Lust“, verrät Susanne Luxenburger. Aber das hat sich geändert. Nun ist die zweijährige Hündin begeistert dabei. Damit sie nicht abgelenkt wird, läuft sie den Parcours an der Leine. Teufel beobachtet die Spürnase genau. Und auch bei der verspielten Gina hat sich die Arbeit gelohnt. Luxenburger: „Hunde müssen und wollen denken. Das kann man fördern, deshalb bin ich hier.“ Die 53-Jährige aus dem Saarland wird auch den Kurs für Fortgeschrittene, der an diesem Wochenende stattfindet, besuchen. Termin Der Workshop „Objektsuche“ für Fortgeschrittene findet heute und morgen wieder von 10 bis 17 Uhr auf dem Gelände des Schäferhundevereins statt. Anfänger sind willkommen, da individuell trainiert wird. Vorbeikommen oder bei Julia Teufel anmelden, E-Mail: julia.teufel@web.de.

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