Rheinpfalz Viele Wünsche, wenig Geld

Die Infrastruktur der Wieslauterbahn – hier in Bruchweiler – soll verbessert werden. Derzeit läuft das Verfahren zur Vergabe der
Die Infrastruktur der Wieslauterbahn – hier in Bruchweiler – soll verbessert werden. Derzeit läuft das Verfahren zur Vergabe der Planungsleistung. Eine Integration der Wieslauterbahn in den Rheinland-Pfalz-Takt ist für den Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Süd in den nächsten Jahren nicht umsetzbar.

„Wünschenswert ist, was bezahlbar ist“, brachte es Heinrich Hoffmeister (SPD) gestern im Kreisausschuss auf den Punkt. Wenn der Kreishaushalt voraussichtlich im Dezember im Kreistag beraten wird, zeigt sich, wie viel Geld für die Umsetzung des Nahverkehrsplans vorhanden ist. Vorgesehen ist bislang die Einführung eines Stundentakts auf vier Hauptbuslinien und eine Anhebung der Verbindungen auf Nebenlinien auf sechs Fahrtenpaare.

23 Stellungnahmen verschiedener Träger öffentlicher Belange sind im Beteiligungsverfahren zur Fortschreibung des Nahverkehrsplans eingegangen. Lediglich neun davon betrafen Inhalte des Nahverkehrsplans. Elf enthielten Änderungswünsche und Ergänzungsvorschläge, die von der Verwaltung aufgegriffen und in Abstimmung mit dem Verkehrsverbund Rhein-Neckar und dem Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Süd (ZSPNV) geprüft werden. Die Anregungen der Gemeinden, welche Haltestelle im Ort barrierefrei eingerichtet werden soll, werden mit Ausnahme der Realschule plus/BBS Rodalben übernommen. Begrüßt wurde der Wunsch der Ortsgemeinde Rieschweiler-Mühlbach, am Bahnhof eine Park-&-Ride-Anlage einzurichten. Die Hoffnungen der Verbandsgemeinden Rodalben und Hauenstein, dass im neuen Nahverkehrsplan das Busangebot auf bestimmten Linien ausgeweitet wird, werden sich nicht erfüllen. Das Ergebnis einer Potenzialanalyse sei, so sagte es Stephan Krug, Planer der Ingenieurgruppe IVV mit Sitz in Aachen und Berlin, dass sich Zuwächse auf den Schienenpersonennahverkehr konzentrierten. Im regionalen Busverkehr seien keine Zuwachspotenziale erkennbar. „Die grundsätzlichen Voraussetzungen fehlen“, bemerkte er. Weder gebe es eine relativ hohe Nachfrage im Jedermannverkehr, noch eine hohe regelmäßige und dichte Bedienung auf diesen Linien. „Wir müssten hier relativ viel Geld in die Hand nehmen“, sagte Krug, aufgrund der prognostizierten Einwohnerrückgänge sei dies nicht wirtschaftlich. Krug sprach von einer Optimierung des Angebots als Ziel des Nahverkehrsplans. Diese sieht ein durchgängiges Stundentaktangebot zwischen 8 und 20 Uhr auf den Linien Pirmasens - Dellfeld (Linie 240), Pirmasens - Rodalben (249), Pirmasens - Dahn (250) und Pirmasens - Eppenbrunn (255) vor. Diese Linien weisen bereits heute hohe Fahrgastanteile außerhalb der Schüler- und Auszubildendenbeförderung auf. In den anderen Ortsgemeinden soll eine Verdichtung der Mindestbedienung auf künftig sechs Fahrtenpaare zum Sitz der jeweiligen Verbandsgemeinde oder zum nächstgelegenen Mittelzentrum erreicht werden. Bislang waren das drei bis vier. Rund 600.000 Euro jährlich koste das erweiterte Angebot den Kreis. Ob das die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion genehmigt, sei eine Frage von Verhandlungen, sagte Kreis-Kämmererin Elisabeth Hüther. Bernd Schumacher (Grüne) sagte, der Nahverkehrsplan sei formal eine Verbesserung, allerdings müsse auch im Bestand nachgebessert werden. Das Ziel, die Wieslauterbahn an den Rheinland-Pfalz-Takt anzubinden, dürfe nicht aus den Augen verloren werden. Susanne Ganster (CDU) sieht den öffentlichen Personennahverkehr als wichtigen Teil eines Mobilitätsmixes und sprach sich, wie der Kreisbeigeordnete Christof Reichert, dafür aus, dass die Queichtalstrecke bis in die Nacht bedient wird.

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