Rheinpfalz „Viel Ärger müsste nicht sein“

Lauterecken. Bereits am ersten Ferienwochenende heißt es in vielen Familien Koffer packen, ab ins Auto und los geht’s in den Urlaub. Doch die Planung und letztlich die Urlaubsfahrt arten oft in Stress aus. Michael Schmidt, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Lauterecken, ist gestern mit seinem Sohn zum Zelten aufgebrochen und erklärte vorher, wie man stressfrei das Urlaubsziel erreichen kann.
Das Auto steht bereits in der Hofeinfahrt, in einer Stunde fährt Schmidt mit seinem neunjährigen Sohn für eine Woche zum Zelten ins Saarland. „Nach Möglichkeit sollte man erst sonntags los. Da sind keine Brummis unterwegs und somit die Staugefahr geringer“, sagt der Polizist. Abseits vom Koffer packen könne man einiges tun, was die Urlaubsfahrt nicht zum Albtraum werden lässt. „Viel Ärger müsste einfach nicht sein“, erklärt der Polizist und öffnet die Motorhaube, um den Ölstand zu überprüfen. Danach werden Luftdruck und Lichtanlage überprüft. Denn: „Es ist ärgerlich, wenn unterwegs das Auto schlapp macht.“ Viel Stress könne man sich auch ersparen, wenn man sich vor dem Urlaub über ausländische Vorschriften informiert. Beispielsweise muss das Licht in Österreich und Italien immer eingeschaltet und für jeden Fahrzeuginsasse eine Warnweste vorhanden sein – und die am besten immer greifbar. Unterdessen legt der Polizist seinen Autoatlas auf den Beifahrersitz. Trotz Navi? „Das ist eine persönliche Vorliebe. Aber die Technik kann auch mal ausfallen.“ Für die Fahrt nimmt sich Schmidt immer vor, mit konstantem Tempo zu fahren. „Dann kann man mit dem Verkehr mitschwimmen und muss nicht ständig in die Eisen gehen und wieder beschleunigen.“ Wichtig: genügend Abstand halten. „Zu geringer Abstand ist die häufigste Unfallursache.“ Für die kurze Strecke ins Saarland sei dies nicht so wichtig, doch sollten auf langen Fahrten immer ausreichende Pausen eingelegt werden – „vor allem, wenn kleine Kinder mit im Auto sitzen“, ergänzt Schmidt und verstaut noch einige Wasserflaschen unter dem Sitz. „Sollten wir doch in einen Stau geraten“, bemerkt er beiläufig und verschwindet kurz im Haus, um mit Koffer, Zelt und aufblasbarem Gummiball wieder herauszukommen. Beim Verstauen im Auto gilt die Faustregel: „Die schweren Sachen nach unten, die leichten nach oben.“ Und nichts auf die Hutablage legen, was sich bei starkem Bremsen zu einem gefährlichen Geschoss entwickeln kann. Nicht zu vergessen: Man sollte auch schnell an die Sicherheitswesten, Verbandskasten oder Warndreieck kommen. „Bei meinem neueren Wagen ist das blöd verstaut“, deutet Schmidt auf die Aussparung unter dem Kofferraum. Ehe sich Schmidt auf den Weg macht, überlegt er sich noch kleinere Spiele, die er mit seinem Sohn unterwegs spielen kann. Der Klassiker: Kennzeichen erraten. „So, fertig, jetzt kann es losgehen.“ (hlr)