Rheinpfalz
VG-Rat Lauterecken-Wolfstein beschließt höhere Freibad-Eintrittspreise
Grundsätzlich begrüßte die überwiegende Mehrheit des Verbandsgemeinderates Lauterecken-Wolfstein den Vorschlag, die seit Jahren unveränderten Preise der Freibäder Rüllberg und Königsberg zu erhöhen. Die Umsetzung aber geriet am Donnerstagabend zur Streitfrage.
Schwimmbäder sind Defizitärbetriebe, schreiben nur rote Zahlen. Ohne Badespaß kann und will man dann aber doch nicht. Keines der Mitglieder des Verbandsgemeinderates Lauterecken-Wolfstein ging am Donnerstagabend mit der Erwartung in die Sitzung, dass mit einer geringfügigen Anpassung der Freibad-Eintrittspreise aus dem Minus ein Plus wird. Trotzdem wusste man mit beeindruckender Hartnäckigkeit für einige Cent mehr oder weniger zu kämpfen.
Seit 2015 Eintrittspreise unverändert
Der Werksausschuss der Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein hatte das Thema bereits eingehend diskutiert. Anlass: Seit 2015 sind die Preise unverändert. Außerdem lösen Kassenautomaten das bisherige Bezahlsystem in beiden Schwimmbädern ab. Diese arbeiten mit weniger Kleingeld (keine Fünf-Cent-Stücke). Der vom Werksausschuss ausgearbeitete Entwurf für neue Eintrittspreise lag dem Verbandsgemeinderat nun vor.
In seinem Entwurf sieht der Werksausschuss unter anderem vor, Tageskarten für Erwachsene von 1,75 Euro auf zwei Euro anzuheben. Außerdem soll die Feierabendkarte für Erwachsene von 1,25 Euro auf 1,50 Euro und für Kinder von 0,75 Euro auf ein Euro verteuert werden. Weitere Anpassungen betreffen ausschließlich die ermäßigten Eintrittspreise.
„Wir halten eine Anpassung der Preise für angemessen, nicht jedoch in diesem Umfang bei den ermäßigten Eintrittspreisen“, sagte Susanne Heer (SPD) gleich zu Beginn. Besucher mit Behinderungen verfügten ohnehin über ein geringeres Einkommen, weswegen man diese nicht zu sehr belasten sollte. Die SPD stellte den Antrag, die ermäßigten Tageskarten für Erwachsene von bisher 1,75 Euro auf 1,80 Euro sowie die Jahreskarte statt auf 40 Euro auf 36 Euro zu erhöhen.
Naudsch: Diskussion ist „lächerlich“
Dagegen regte sich Widerstand aus den Reihen der FWG sowie der CDU. Philipp Gruber (FWG) verwies auf die vorangegangene Arbeit des Werksausschusses, der lange über die Preise diskutiert und die neuen ausgearbeitet habe. Zustimmung gab es von seinem Kollegen Herwart Dilly, der außerdem auf die Finanzierung der Kassenautomaten aufmerksam machte. Oliver Naudsch (Die Linke) kritisierte die ganze Diskussion als „lächerlich“ und befürwortete den Antrag der SPD. Uwe Krönert (FDP) lehnte eine Verteuerung für Behinderte ab und schlug stattdessen vor, die ermäßigten Erwachsenenkarten auf 1,50 Euro herabzusenken. Dadurch erübrige sich auch weiteres Kleingeld, argumentierte Krönert.
Peter Stein (FWG) bemängelte, dass am Sitzungsabend keine Vergleichszahlen anderer Freibäder vorlagen. Da in Aussicht steht, die Eintrittspreise mit anderen Schwimmbädern aus den benachbarten Verbandsgemeinden anzugleichen, stellte Stein den Antrag, den Tagesordnungspunkt zu vertagen. Dieser wurde jedoch mit überwiegender Mehrheit abgelehnt.
Nach eingehender Diskussion kam es zu drei Abstimmungen. Der Antrag der SPD, die Preise geringer zu erhöhen als in dem Entwurf des Werksausschusses vorgesehen, wurde abgelehnt. Ebenfalls wurde dem Antrag, die ermäßigte Tageskarte für Erwachsene auf 1,50 Euro zu senken, nicht entsprochen. Insbesondere durch Stimmen der CDU und FWG einigte sich der Verbandsgemeinderat darauf, den Empfehlungen des Werksausschusses zu folgen.