Rheinpfalz Verkehr nimmt nicht mehr zu

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Die Zeiten großer Sprünge bei den Verkehrszahlen scheinen vorbei zu sein. An den automatischen Zählstellen der südwestpfälzischen Fernstraßen stagnieren die Werte der großen Verkehrsachsen B 10, A 62 und B 427. Auf der B 270 geht das Verkehrsaufkommen sogar zurück. Die Landesstraße 600 (A 8 Pirmasens Erlenteich/Winzeln) hat dagegen eine kräftige Steigerung zu verzeichnen hat: 16 Prozent mehr Verkehrsaufkommen in den vergangenen fünf Jahren.

Das Zahlenmaterial hat der Landesbetrieb Mobilität zur Verfügung gestellt, der die Daten aus Induktionsschleifen gewinnt, die in den Straßenbelag eingelassen sind und zuverlässig Autos und Lastwagen unterscheiden können. Auf der B 10 beispielsweise gibt es Zählstellen bei Wilgartswiesen und Godramstein. Die B 270 wird bei Waldfischbach-Burgalben überwacht, die A 62 am Hörnchenbergtunnel und die B 427 in Dahn. Danach scheint auf der B 10 keine weitere Steigerung des Verkehrsaufkommens zwischen 2008 und 2013 festgestellt worden zu sein. Bei Wilgartswiesen pendelte sich die Belastung der B 10 bei 16.500 Fahrzeugen aller Art an allen Wochentagen ein. Der Schwerverkehr jedoch stieg um 4,3 Prozent auf 3186, was in absoluten Zahlen ein Plus von 133 Lastwagen darstellt. Als Schwerverkehr definiert der Landesbetrieb Lastwagen mit mehr als 3,5 Tonnen Gewicht, Lastwagen mit Anhängern, Sattelschlepper sowie Busse. Interessant bei der Wilgartswieser Messstation ist der fast fehlende Unterschied zwischen Sonntagen und Werktagen beim Gesamtverkehr. Lediglich fünf bis zehn Prozent weniger Verkehr donnert sonntags an dem Wasgaudorf im Vergleich zu einem normalen Werktag vorbei, was auf die Bedeutung für den Ausflugsverkehr der B 10 in diesem Bereich hindeutet. 2011 beispielsweise wurden werktags 15.300 Fahrzeuge gezählt und sonntags 14.600. Auffällig an den Wilgartswieser Zahlen ist auch der Anteil des Schwerverkehrs, der fast 20 Prozent ausmacht. Im Klartext: Werktags ist dort fast jedes fünfte Fahrzeug ein Lastwagen oder Bus. Mit mehr als 3100 Brummis fahren auf der Wilgartswieser Umgehung fast so viele Lastwagen wie auf der B 10 bei Godramstein, wo 3600 Lastwagen gezählt wurden. Der Godramsteiner B-10-Abschnitt zählt weiterhin zu den am schwersten belasteten Teilstücken der B 10 mit 27.500 Fahrzeugen aller Art pro Tag und einem Schwerverkehrsanteil von zwölf bis 13 Prozent. Die Werte für die südpfälzische Gemeinde haben sich von 27.700 im Jahr 2008 auf 26.700 in 2011 und 27.800 in 2012 entwickelt. Für 2013 hat die Zählstelle des LBM keine Zahlen geliefert. Auch bei Godramstein ist eine hohe Belastung an Sonntagen festzustellen, die bei 82 Prozent gegenüber einem Werktag liegt und in absoluten Zahlen im Jahr 2012 bei 22.547 Autos und Lastwagen lag. Sonntags rollen nämlich auf allen Straßen trotz Fahrverbots doch noch einige Brummis. Bei Godramstein waren es 2012 immerhin 523 schwere Fahrzeuge. Zum Vergleich: So viele Brummis rollen auf der B 270 zwischen Pirmasens und Kaiserslautern oder auf der L 600 zwischen Pirmasens-Winzeln und A 8/Höheischweiler gerade mal an einem normalen Werktag. Geradezu gemütlich geht es im Vergleich dazu auf der Autobahn 62 beim Hörnchenbergtunnel/Landstuhl nahe der Kreisgrenze zwischen Kaiserslautern und Südwestpfalz zu. 10.000 Fahrzeuge wurden dort zwischen 2008 und 2013 durchschnittlich pro Tag gezählt. Sonntags fällt jedes vierte Fahrzeug weg, dann sind es noch 7300 und der Schwerverkehr beschränkt sich auf durchschnittlich 920 Lastwagen und Busse pro Tag, was einen Anteil von neun bis zehn Prozent ausmacht. Jedes zehnte Fahrzeug ist also dem Schwerverkehr zuzurechnen. 1000 Fahrzeuge weniger sind es auf der B 427 in Dahn, wo die Fahrzeugmasse direkt durch die Stadt geleitet wird. 9270 waren es im Jahr 2008, im vergangenen Jahr 9097. Der Schwerverkehr kommt in Dahn auf einen Anteil von fünf Prozent, was 478 Brummis am Tag bedeutet, die um die Kreisel am Alten Rathaus und SBK-Markt kurven. Auf der B 427 konnte ein leichter Rückgang um zwei Prozent bei der Gesamtbelastung registriert werden, während jedoch der Schwerverkehr um sieben Prozent anstieg von 444 im Jahr 2009 auf nun 478 im Jahr 2013. Das sind 34 Brummis pro Tag mehr. Deutlich weniger Verkehr gab es nur auf der B 270. Bei Waldfischbach-Burgalben sank die Zahl aller Fahrzeuge pro Tag um fünf Prozent auf 4094 im vergangenen Jahr. Davon können die Dahner nur träumen. Selbst sonntags liegen die Werte dort höher als 7100 Fahrzeuge. Der Schwerverkehr liegt mit 7,5 Prozent auf der B 270 in einem moderaten Bereich und ist im Laufe der vergangenen fünf Jahre um acht Prozent weniger geworden. 2013 wurden noch 495 Brummis bei Waldfischbach gezählt. Für den Ausflugsverkehr hat die B 270 keine große Bedeutung. An Sonntagen werden nur 60 Prozent der Verkehrsbelastung eines Werktages gemessen. Noch weniger Verkehr ist sonntags auf der L 600 unterwegs. Dort kommt man nicht mal auf 3000 Fahrzeuge an Sonn- und Feiertagen, was einem Anteil von 45 Prozent entspricht. Die Landesstraße, deren Belastung vor ihrem Bau mit über 10.000 Autos und Lastwagen prognostiziert worden war, kommt immer noch lange nicht auf diese Zahl, trotz eines Anstiegs von stolzen 16 Prozent in den vergangenen fünf Jahren von 5800 auf 6727 im vergangenen Jahr. Auch beim reinen Schwerverkehr wurden zehn Prozent mehr gezählt. 500 Brummis waren es noch 2008, jetzt sind es 554. (kka)

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