Rheinpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Umleitung Sulzbachtal: Dem Navi nach ins Nirgendwo

Ausweichmanöver gehen oft nicht gut aus auf dem Feldweg.
Ausweichmanöver gehen oft nicht gut aus auf dem Feldweg. Foto: Hey/Frei

Seit die Ortsgemeinde Sulzbachtal im Lautertal nur noch über eine weitläufige Umleitungsstrecke erreichbar ist, lockt das Navigationsgerät viele Autofahrer auf eine scheinbare Abkürzung von Eulenbis aus. Der Wirtschaftsweg endet allerdings in unwirtlichem Gelände im Nirgendwo, in dem sich die Autos festfahren. Ein Fahrzeug steht dort schon seit März.

„Diesen Weg finden alle Navi-Nutzer, deren System mit Google arbeitet“, weiß Karina Hey aus Eulenbis. Doch leider sei er keine Abkürzung nach Sulzbachtal, sondern eine Sackgasse. Sie führe an zwei Kuhställe, mehrere Viehweiden, zu einem verlassenen Privatgrundstück und schließlich in einen Wald. Der Weg teile sich am Ende und zum Wald hin sei er weder geteert noch geschottert.

Dort stehe seit März 2019 der verlassene BMW mit Birkenfelder Kennzeichen. Auch bei der Gabelung nach rechts komme man selbst mit dem Fahrrad nicht nach Sulzbachtal. Lediglich Wanderer nutzten einen Teil des Weges als „Teufelstour“. „Seit der Sperrung des Feldweges von Eulenbis nach Sulzbachtal befahren ständig Leute diesen Weg“, klagt Hey. Gesperrt ist jener Weg nun mit einer geschlossenen Schranke.

Fahrer öffnen einfach Gattertore

„Es gibt ein Sackgassen-Schild an der Kreuzung Friedhofstraße und Sulzbacher Weg in Eulenbis“, sagt Hey. Dies werde aber von den Autofahrern meist nicht bemerkt wegen vieler Wanderweg-Hinweise in dieser Blickrichtung. Der Weg werde ständig befahren, es würden Gatter der Viehweiden geöffnet. Bei trockenem Wetter wendeten die Fahrer, wenn sie ihren Irrtum bemerkten, ließen aber meist die Gattertore offen.

Andere würden sich festfahren. Vor wenigen Wochen habe ein Landwirt sogar das Fahrzeug des Abschleppdienstes auf den Haken nehmen müssen. Mittlerweile lehnten allerdings örtliche Landwirte diese Dienste ab, weil sie überhandnähmen oder auch aus Furcht vor möglichen Regressforderungen bei Schäden an den Fahrzeugen.

Ortsbürgermeister sehen kaum Handlungsmöglichkeiten

Eine Anfrage bei der Verwaltung der Verbandsgemeinde Otterbach-Otterberg ergab, dass zwar im Frühjahr dieses Jahres eine Besprechung zu diesem Thema stattgefunden habe. Seit dieser Zeit allerdings sei in der Angelegenheit nichts mehr gehört worden.

Auch die Schilderung der Probleme vor Ort gegenüber Kathleen Hielscher, der Eulenbiser Ortbürgermeisterin, habe der Beschwerdeführerin nur ein wenig Hoffnung gemacht. Der Vorschlag, ein zweites Sackgassenschild ein paar Meter nach der Kreuzung Friedhofstraße im Sulzbacher Weg anzubringen, werde auf der nächsten Ratssitzung im Januar behandelt, so die Ortschefin.

Sulzbachtals Ortsbürgermeister Ero Zinßmeister (FWG) sieht im Moment nur wenige Möglichkeiten. Der BMW, der auf Sulzbachtaler Gemarkung feststecke, könne aus rein technischer Sicht nach den wochenlangen Regenfällen aus diesem unwegsamen Gelände nicht geborgen werden.

Kreisverwaltung will sich um verlassenes Auto kümmern

Der Halter, ein US-amerikanischer Staatsbürger, sei von der Militärpolizei zwar ermittelt worden, aber geschehen sei bisher nichts, so Zinßmeister. Und die deutsche Polizei weigere sich, in diesem Fall tätig zu werden. Die einzige Möglichkeit, das Stranden weiterer Fahrzeuge zu verhindern, bestehe in der Schließung des Sulzbacher Weges im Ortsbereich von Eulenbis.

Nur Jutta Neißer von den Grünen, an die sich Hey auch gewendet hatte, machte Hoffnung. Sie habe Michael Mersinger, Fachbereichsleiter Umwelt/Abfallentsorgung bei der Kreisverwaltung, informiert. „Er wusste nichts von dem Auto, hat aber zugesagt, sich der Sache anzunehmen: Aufkleber drauf und nach 14 Tagen – wenn ich es recht in Erinnerung habe – holt der Kreis das Auto ab“, schreibt sie an die Beschwerdeführerin. Noch stehe der BMW aber dort, sagt Hey.

Seit dem Frühjahr steht dieser Wagen im Feld.
Seit dem Frühjahr steht dieser Wagen im Feld. Foto: Hey/Frei
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